Jon Krakauer: Into the Wild (1996)

Jon Krakauer: Into the Wild (1996); auf Deutsch: In die Wildnis

Hier erzählt der erfahrene Bergsteiger Jon Krakauer die Lebensgeschichte von Christopher McCandless nach, eines amerikanischen Jungen, der rebelliert, durchs Land zieht und schließlich beim Trampen in der Wildnis von Alaska zuerst die Freiheit findet und dann dort verhungert. McCandless lebte von 1968 bis 1992.

Das Buch ist an einigen Stellen fürchterlich in die Länge gezogen, da Krakauer der Versuchung nicht widerstehen kann, sich auch immer wieder selbst zum Thema des Buches zu machen, es ist sprunghaft erzählt und doch unglaublich faszinierend und entsetzlich. Es ließ mich kaum los, jemand, der so klar wusste, was er wollte, diesen Traum kompromisslos, man kann auch sagen entsetzlich naiv gelebt hat. Ob er wirklich bereit war, diesen Traum mit seinem Leben zu bezahlen, ich glaube es nicht.

Wenn man etwas recherchiert, merkt man, dass Krakauer den Jungen wohl ein bisschen zum Thoreauschen Helden gemacht hat. Doch diejenigen, die mit der harschen Gegend und den Witterungsbedingungen dort vertraut sind, sind eher entsetzt gewesen, dass jemand, der ohne ausreichend Proviant, ohne Kompass, vernünftige Klamotten und ohne jemandem Bescheid zu sagen, einfach in die Wildnis Alaskas zieht, dann auch noch zum Helden stilisiert wird.

Trotzdem: ein verstörendes Buch, das einem die letztendliche Deutung schwer macht. Wirft es die Frage auf, wofür es sich zu leben lohnt, oder schildert es den Lebensweg eines verwirrten Menschen?

Das Foto, das Christopher, schon vom Verhungern gezeichnet, noch von sich aufgenommen hat und natürlich in der Grube des Internets zu finden ist, verfolgte mich noch Tage später.

Anmerkung

Auch Jahrzehnte später lässt die Frage, woran genau denn Christopher gestorben sei, die Menschen nicht los. Diverse Theorien wurden entwickelt und wieder verworfen. Den letzten Stand kann man bei awesomatik nachlesen.

2 thoughts on “Jon Krakauer: Into the Wild (1996)

  1. Ich fand „Into the wild“ auch ganz gut aber um Längen besser ist „Into thin air“ von Krakauer. Eins meiner Lieblings- Non-Fiction Bücher. Selbst wenn einen das Thema nicht interessiert. Unglaublich fesselnd!

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