Meg Rosoff: What I was (2007)

I am a century old, an impossible age, and my brain has no anchor in the present. Instead it drifts, nearly always to the same shore. Today, as most days, it is 1962. The year I discovered love. I am sixteen years old.

So beginnt

Meg Rosoff: What I was (2007); auf Deutsch: Damals, das Meer

Zum Inhalt

Der sechzehnjährige Hilary kommt in ein neues Internat, hasst dort alles und jeden und trifft zufällig bei einem Geländelauf einen gut aussehenden Jungen namens Finn, der völlig allein in einer Hütte am Meer lebt und seinen Lebensunterhalt mit Fischen und Arbeiten auf dem Wochenmarkt verdient. Dieses Leben erscheint Hilary als der Inbegriff der Freiheit. Eine von Anfang an zerbrechliche Freundschaft beginnt.

Rezeption

Die Kritik war begeistert, in England kam sie mit dem Buch auf die Shortlists zweier Kinder- und Jugendbuchpreise und in Deutschland bekam sie 2009 den LUCHS des Jahres verliehen. Man lese zum Beispiel die geradezu lyrischen Schlussworte von Wilhelm Trapp in der ZEIT am 9. September 2009:

Zu viel steht gegen diese Beziehung. Eifersüchtige Mitschüler, die schlechten Noten des Erzählers, auch sein Egoismus, der das inselhafte Leben Finns zerstören wird. Als das Ende da ist, gelingt Meg Rosoff eine ganz überraschende Wende, sie löst den kunstvollen Knoten aus Geheimnissen und Irrungen, der die zerbrechliche Freundschaft der beiden Jungen für eine kurze, wundervolle Zeit zusammenhielt, in einer Weise auf, dass man nicht nur traurig, sondern fast ein wenig erleichtert ist. In diesem Moment nennt der alte Erzähler erstmals seinen Namen. Als ob er endlich sich selbst erkannt und verstanden hätte, was auch der Kern dieses großartigen Buches ist: dass die schmerzlichsten Zeiten des Lebens zugleich die schönsten und wahrhaftigsten sind, weil sie es möglich machen, die eigene Sehnsucht zu begreifen und das Leben in die Hand zu nehmen.

Fazit

Das kann ich gar nicht nachvollziehen, der Ich-Erzähler scheint mir doch gerade nicht sein Leben in die Hand genommen zu haben, sondern nur seiner ersten großen Liebe hinterhergetrauert zu haben.

Sicher, das ist Jugendliteratur mit Anspruch, doch irgendwann ahnt man die Auflösung. Viel spannender wäre die Frage gewesen, was danach mit den beiden Hauptpersonen geschieht. Dass das Ganze aus dem Rückblick eines fast Hundertjährigen erzählt sein soll, wirkt unglaubwürdig.

Aber in Erinnerung wird mir dieser Satz bleiben:

Nevertheless, I can tell you that you will awake some day to find that your life has rushed by at a speed at once impossible and cruel. (S. 194)

Anmerkungen

Der deutsche Wikipedia-Artikel über Meg Rosoff gibt einen Überblick über die begeisterte Rezeption der Autorin in Deutschland.

Der Luchs ist ein Literaturpreis für Kinder- und Jugendbücher, der von der Wochenzeitung Die Zeit und   Radio Bremen gemeinsam verliehen wird. Geschaffen wurde er von Ute Blaich. Gewählt werden der „Luchs des Monats“ (seit 1986) und der „Luchs des Jahres“ (seit 1997), der aus den zwölf Monatsempfehlungen von der Jury ausgewählt wird. Der „Luchs des Jahres“ ist mit 8.000 Euro dotiert. Die Monats-Luchse werden durchnummeriert. (Wikipedia)

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