Theodor Fontane: Grete Minde (1879)

‚Weißt du, Grete, wir haben ein Nest in unserm Garten, und ganz niedrig, und zwei Junge drin.‘   ‚Das wäre! Wo denn? Ist es ein Fink oder eine Nachtigall?‘   ‚Ich sag es nicht. Du mußt es raten.‘

Diese Worte waren an einem überwachsenen Zaun, der zwei Nachbargärten voneinander trennte, gesprochen worden. Die Sprechenden, ein Mädchen und ein Knabe, ließen sich nur halb erkennen, denn so hoch sie standen, so waren die Himbeerbüsche hüben und drüben doch noch höher und wuchsen ihnen bis über die Brust.

So beginnt

Theodor Fontane: Grete Minde (1879)

Die Novelle spielt zu Beginn des 17. Jahrhunderts und handelt von einer jungen Frau, die aus Hass, Rache und Enttäuschung 1617 die Stadt  Tangermünde an der Elbe anzündet und dabei nicht nur sich, sondern viele Menschen in den Tod reißt.

Ich glaube kaum, dass so – durch Herzenskälte der Familie – Wahnsinn entsteht. Jedenfalls läuft die Tragödie geradezu mechanisch zwanghaft ab. Am Ende alle tot. Die Personen eindimensional, und gerade der miese Bruder ein richtiger Pappbösewicht.

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