Gilbert Keith Chesterton: Autobiography (1936)

Bowing down in blind credulity, as is my custom, before mere authority and the tradition of the elders, superstitiously swallowing a story I could not test at the time by experiment or private judgement, I am firmly of opinion that I was born on the 29th of May, 1874, on Campden Hill, Kensington…

Mit diesem herrlich ironischen Satz, mit dem er quasi im Vorübergehen die Kritik an seiner Bekehrung zum Katholizismus verulkt, beginnt der Schöpfer der bekannten Pater Brown-Geschichten seine sogenannte Autobiografie:

Gilbert Keith Chesterton: Autobiography (1936)

Allerdings, was für eine Enttäuschung, falls wenn man das Buch gekauft hat, um tatsächlich etwas über Chesterton zu erfahren.

Diese Erinnerungen mäandern so vor sich hin. Sie enthalten pointierte und nach wie vor gültige Sätze wie „… education, that is, the period during which I was being instructed by somebody I did not know, about something I did not want to know.“ (S. 61) oder “… the curious fact that for some reason or other, a boy often does pass, from an early stage when he wants to know nearly everything, to a later stage when he wants to know next to nothing.” (S. 62).

Und viele seiner Beobachtungen sind nach wie vor unterhaltsam und treffend, aber der Antisemitismus, den er weit von sich weist, ist doch spürbar. Seine politische Erweckung während der britisch-holländischen Burenkriege anlässlich der Jubeleien zum Jameson raid bringt ihn zu der Erkenntnis:

To us it seemed obvious that Patriotism and Imperialism were not only not the same thing, but very nearly opposite things. (S. 131)

Die Hinwendung zum Katholizismus führt er u. a. auf die Deterministen (schon damals!!!) und die Notwendigkeit der Beichte zurück: „It was the Determinist who told me, at the top of his voice, that I could not be responsible at all. And as I rather like being treated as a responsible being, and not as a luncatic let out for the day, I began to look around for some spiritual  asylum that was not merely a luncatic asylum.” (S. 177).

Das letzte Kapitel über Pater Brown und seine eigene Hinwendung zum Christentum war dann wieder sehr interessant.

Selbst Randall Paine muss in seiner Einführung zugeben, dass diese Autobiografie durch das Fehlen des Autobiografischen gekennzeichnet ist. Er führt das auf Chestertons Demut zurück: „Yes, this book really is about G. K Chesterton – and the most central fact about G. K Chesterton is a fact that is beyond him.“

Ansonsten empfiehlt er, falls der Leser tatsächlich etwas über Chesterton erfahren wolle, doch das Buch von Maisie Ward zu lesen. Nun, die Empfehlung ist vielleicht zu überdenken, erschien Wards Werk schon in den vierziger Jahren.

Sehr hübsch wiederum fand ich Chestertons Empfehlung, wie man als Journalist erfolgreich sein könne:

I have a notion that the real advice I could give to a young journalist, now that I am myself an old journalist, is simply this: to write an article for the Sporting Times and another for the Church Times, and put them into the wrong envelopes. (S. 179)

c-Wales+England0133

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