Pamela Lyndon Travers: Mary Poppins (1934)

If you want to find Cherry Tree Lane all you have to do is ask the Policeman at the crossroads. He will push his helmet slightly to one side, scratch his head thoughtfully, and then he will point his huge white-gloved finger and say: ‘First to your right, second to your left, sharp right again, and you’re there. Good morning‘.

So beginnt

Pamela Lyndon Travers: Mary Poppins (1934)

Es macht Spaß, den ersten Band der Poppins-Reihe zu lesen. Wie schade, dass meine Eltern mir diese Bücher nicht haben geben können, da sie sie selbst nicht kannten.

Während eines heftigen Ostwindes kommt Mary Poppins zu den Banks und stellt sich als das neue Kindermädchen für Jane, Michael und die Zwillinge vor, die noch im Babyalter sind. Schon die Art ihrer Ankunft ist ein wenig ungewöhnlich, was allerdings nur Jane und Michael auffällt:

Then the shape, tossed and bent under the wind, lifted the latch of the gate, and they could see that it belonged to a woman, who was holding her hat on with one hand and carrying a bag in the other. As they watched, Jane and Michael saw a curious thing happen. As soon as the shape was inside the gate the wind seemed to catch her up into the air and fling her at the house. […] The watching children heard a terrific bang, and as she landed the whole house shook. (S. 17 der Taschenbuchausgabe)

Später am Abend fragt Jane:

‚How did you come?‘ Jane asked. ‚It looked just as if the wind blew you here.‘

‚It did,‘ said Mary Poppins briefly. (S. 19)

Eine wunderbare, zauberhafte und aufregende Zeit beginnt. Mary ist außerordentlich streng, eitel und oft sehr kurz angebunden, ja fast ein wenig übellaunig, aber sie kümmert sich mehr um die Kinder als die Eltern. Mr Banks muss schließlich den ganzen Tag arbeiten und Mrs Banks hat trotz Köchin, Zimmermädchen und Gärtner keine Zeit, sich ernsthaft mit ihnen zu beschäftigen. Im Stillen vergleichen Jane und Michael ihre Mutter sogar mit den „silly, anxious, soft blue doves“ (S. 95), die sie in der Nähe von St. Paul’s Cathedral füttern.

Und so erleben sie die merkwürdigsten Abenteuer, wie z. B. eine Einladung zum Kaffeetrinken bei Marys Onkel, bei der sie alle direkt unter der Zimmerdecke sitzen und viel Spaß haben, eine Nacht im Zoo, bei der die Menschen, die nach Torschluss noch auf dem Gelände angetroffen wurden, die Nacht in den Gehegen und Käfigen verbringen müssen, während die Tiere eine ausgelassene und friedliche Geburtstagsparty feiern. Auch ganz ernsthafte Themen werden durch die Abenteuer angesprochen, sei es das Älterwerden oder die Tatsache, dass man manchmal gern etwas Böses tut und dann gar keine Gewissensbisse hat.

Hier ist die Fantasie ein Ausweg aus der dumpfen Langeweile und den fehlenden Anregungen zu Hause. Allerdings gibt Mary schon zu Beginn zu bedenken, dass sie nur so lange bleibt, bis der Wind sich dreht.

Travers hat von 1934 bis 1988 insgesamt acht Bände um das Kindermädchen Mary Poppins veröffentlicht. Das Kapitel „Bad Tuesday“ aus dem ersten Band, das inzwischen als rassistisch und klischeebeladen galt, hat sie erst in den achtziger Jahren überarbeitet.

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