Deborah Moggach: The Best Exotic Marigold Hotel (2004)

Muriel Donnelly, an old girl in her seventies, was left in a hospital cubicle for forty-eight hours. She had taken a tumble in Peckham High Street and was admitted with cuts, bruises and suspected concussion. Two days she lay in A & E, untended, the blood stiffening on her clothes. It made the headlines. TWO DAYS! screamed the tabloids.

So beginnt

Deborah Moggach: These Foolish Things (2004)

– später auch veröffentlicht unter dem Titel der Verfilmung: The Best Exotic Marigold Hotel

Eigentlich lautete der Titel These Foolish Things, aber dann wurde der Name der Verfilmung kurzerhand als Titel der folgenden Ausgaben verwendet.

Zum Inhalt

Eine Reihe britischer Pensionäre macht sich – aus den unterschiedlichsten Gründen – auf den Weg nach Indien, um dort in einem ehemaligen Hotel statt in heruntergewirtschafteten englischen Altersheimen ihren Lebensabend zu verbringen.

Muriel, die zwei Tage ohne Behandlung in einem Londoner Krankenhaus ausharren musste (weil sie sich weigerte, sich von einem „Darkie“ behandeln zu lassen), hofft, dort ihren Sohn zu finden, der wegen krimineller Machenschaften untergetaucht ist. Andere wiederum glauben, dass in Indien das Klima angenehmer und vor allem wärmer sei. Manch einem ist das England der Gegenwart auch fremd und bedrohlich geworden, während ein weiterer seinen Kindheitserinnerungen nachgehen möchte.

Und nicht zuletzt: Die Lebenshaltungskosten sind in Indien wesentlich günstiger als in Großbritannien, auch wenn man dann dafür in Kauf nehmen muss, dass die angebliche Krankenschwester eigentlich nur eine medizinische Fußpflegerin ist.

Letztendlich führt sie alle auch die Einsamkeit so weit weg von ihrem bisherigen Zuhause. Den erwachsenen Kindern will  man nicht zur Last fallen oder sie leben in der ganzen Welt verstreut, falls man überhaupt welche hat, doch die meisten der alten Herrschaften sind verwitwet oder geschieden, fühlen sich ungeliebt, nicht mehr gebraucht, ja „invisible“.

Fazit

Das Buch stellt einem die unbequeme Frage, wie man wohl selbst seinen Lebensabend verbringen wird. Und für die meisten von uns wird die Antwort wahrscheinlich nicht so zuckersüß ausfallen, und dass sich viele Fragen lösen, neue Lieben entstehen und der vermisste Sohn dann ausgerechnet durch unglaubwürdige Handlungsverrenkungen just an Weihnachten vor der Tür steht, ist nur für hartgesottene Kitschfans zu ertragen.

Allerdings gibt es einige durchaus treffende Seitenhiebe auf die unerfreulichen Entwicklungen in der britischen Gesellschaft: Rassismus, fehlende Integration, Kriminalität, die Einsamkeit im Alter.

Leider werden die indischen Protagonisten entweder als fremdartig, unverständlich oder als kindlich und alles Britische anhimmelnd gezeichnet.

Doch auch wenn die Charaktere ziemlich blass bleiben, selbst die zaghafte Ironie ändert daran nichts – als Film ist das bestimmt schön, zumal sie erstklassige Schauspieler engagiert haben, so ein Gute-Laune-Film, bei dem es wahrscheinlich nicht schlimm ist, dass man sich nicht immer streng an der Handlung des Buches orientiert hat.

Übrigens hat die Autorin ganz ernsthaft dafür plädiert, die Alten „outzusourcen“, z. B. nach Indien, da das einfach günstiger sei und wir schließlich alle so fürchterlich lange leben. Erste Projekte in diese Richtung gibt es inzwischen.

cnz 102

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