Sir Peter Stothards Meinung zu Literaturblogs

Sir Peter Stothard, seit 2003 der Herausgeber des Times Literary Supplement (der seit 1902 erscheinenden einflussreichen britischen Literaturzeitschrift) stellt in der Zeitung The Independent am 2. Oktober 2012 die These auf, dass Literaturblogs zum Untergang der Literatur beitragen:

Criticism needs confidence in the face of extraordinary external competition, […] It is wonderful that there are so many blogs and websites devoted to books, but to be a critic is to be importantly different than those sharing their own taste… Not everyone’s opinion is worth the same.

The rise of blogging has proved particularly worrying, he says.

Eventually that will be to the detriment of literature. It will be bad for readers; as much as one would like to think that many bloggers opinions are as good as others. It just ain’t so. People will be encouraged to buy and read books that are no good, the good will be overwhelmed, and we’ll be worse off.

Verblüffend, wie schlicht und herablassend jemand argumentiert, der eine so wichtige Position innehat. Eine Reihe der Denkfehler listet schon die erste Leserzuschrift auf und überhaupt scheint Herr Stothard noch nicht gemerkt zu haben, dass die meisten Blogger sich gar nicht als Kritiker begreifen, Betreiber und Leser von Trashblogs noch nie die Empfehlungen des TLS gekauft haben und dass auch ernsthafte Kritiker sich keineswegs immer einig in der Beurteilung von Werken sind.

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