Anne Korkeakivi: An Unexpected Guest (2012)

Time rained down on Clare. 8:30 a.m. on the clock hanging above the breakfast alcove. Twenty-five years of pretending Ireland never existed. She would have to step again into that air terminal. Stare into the dark waters of the River Liffey. Look over her shoulder at every instant.

Remember.

So beginnt der in Paris spielende Debütroman

Anne Korkeakivi: An Unexpected Guest (2012)

Der britische Botschafter in Paris ist plötzlich erkrankt und so muss Edward Moorhouse, ein ranghoher Diplomat, zusammen mit seiner irisch-amerikanischen Frau Clare, einspringen und am nächsten Tag ein wichtiges Dinner ausrichten. Von dem Erfolg dieses Essens hängt möglicherweise ab, ob Edward den Botschafterposten in Irland bekommt.

Der Roman erzählt nun, wie Clare, Mitte vierzig und Mutter zweier Söhne, dieses Dinner mit der für sie typischen Gewissenhaftigkeit und Zuverlässigkeit vorbereitet, sich mit Dienstboten herumplagt, nach dem besten Spargel in Paris sucht, sich über den Blumenschmuck Gedanken macht, Platzkarten schreibt, einen Friseurtermin wahrnimmt und außerdem versucht, das neueste schulische Fiasko ihres fünfzehnjährigen Sohnes James vor Edward geheimzuhalten, damit dieser durch nichts in seiner Arbeit gestört wird.

Doch es schleichen sich beängstigende und irritierende Gedanken und Situationen ein, die sie an den Rand ihrer Belastbarkeit bringen. Ein Mann hält sie auf der Straße an, sie fühlt sich bedroht, doch dieser will nur den Weg zu einem nahegelegenen Arzt wissen. Mehrmals meint sie, ihren ehemaligen irischen Geliebten Niall zu sehen, der doch vor über 20 Jahren gestorben ist. Kleine Auslöser sorgen dafür, dass sie völlig in Erinnerungen versinkt. Und wir erfahren rasch, dass es sich bei Niall um einen Kämpfer für die irische Unabhängigkeit gehandelt hat, für den die junge Studentin Clare alles, aber auch wirklich alles getan hätte. Sie hat, nachdem sie sich damals hat hinreißen lassen, Geld nach Dublin zu schmuggeln, ihren Geliebten verloren und seitdem alles getan, um Irland aus ihrem Bewusstsein zu verdrängen.

Im Laufe dieses Tages bündeln sich alle wichtigen Lebensstationen Clares und sie muss ihr Leben neu ordnen. Am Ende des Tages ist nichts mehr so wie zuvor.

Fazit

Das liest sich alles ein bisschen steril, die Kritiker verwenden dafür gern das Wort „elegant“.

Und die Verwendung kurzer Sätze macht aus der Autorin noch lange keinen Hemingway: Als sie eine Aussage bei der Polizei macht, um einen Unschuldigen zu entlasten, heißt es:

The commandant brought her back to the room in which she had waited. He handed her a pen. She accepted it. He laid an affidavit on the desk. She signed it. He nodded. He led her out to the foyer. A policeman handed her her cell phone, and she cradled it in her hand. It felt strangely warm, … (S. 271)

Außerdem sind es mir der Zufälle zu viele, die die Autorin benötigt, damit die Konzentration der Ereignisse und Gedanken auf einen Tag gelingen kann. Kurz, das Buch hat mich nicht angesprochen.

Auf die Frage in einem Interview, ob sie sich bewusst an den Klassiker Mrs Dalloway von Virginia Woolf angelehnt habe, hat Korkeakivi geantwortet: „I am, indeed, an admirer of Virginia Woolf’s work. At some point early on, I recognized the similarity between what I wanted to do and the manner by which Woolf talks about the discomfort of the post-WWI generation in Mrs. Dalloway.“

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