Fundstück

… denn mit dem Nachdenken anzufangen ist etwa so, wie wenn man einem Kurzsichtigen eine Brille gibt. Alles ringherum kam einem immer ganz okay vor – einfach weil es unscharf war. Und dann plötzlich sieht man die Risse, den Rost, die Mängel, alles, was bröckelt. Man sieht den Tod, die Tatsache, dass man alles eines Tages verlassen muss, und das nicht unbedingt auf die lustigste Art und Weise. Man kapiert, dass die Zeit nicht nur vergeht: Sie schubst uns mit beiden Händen jeden Tag ein bisschen weiter dem Tod entgegen.

Marie-Sabine Roger: Das Labyrinth der Wörter (S. 49 – 50 der Taschenbuchausgabe)

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