Literaturkritik am Abgrund?

Heute möchte ich zwei Zeitungsartikel empfehlen:

In seinem Artikel vom 11. Mai 2013 „Literaturkritik unter Druck: Ein Leben nach dem Papier“ befürchtet Roman Bucheli in der NZZ das Schlimmste für die Literaturkritik, die immer weiter – auch durch das Internet – marginalisiert werde. Die Lösung des Problems könne nicht darin bestehen, Printinhalte einfach 1:1 ins Digitale zu überführen, denn das Leseverhalten im Internet sei ein ganz anderes als bei gedruckten Zeitungstexten. Deshalb fordert Bucheli „eine deutlichere Ausdifferenzierung der Aufgaben […], als sie im Print bisher praktiziert wurde: Kritik einerseits, Information anderseits. Die beiden Felder gilt es stärker und konsequenter zu trennen. Nicht jedes Buch muss kritisch besprochen, aber so viele wie möglich sollten dem Leser angezeigt werden.“

Darauf reagiert Volker Weidermann mit Verve und freundlichem Spott am 30. Mai 2013 in der FAZ in „Literaturkritik im Netz: Wer steht hier am Abgrund?„. Wer gut genug schreibe und mit Begeisterung bei der Sache sei, müsse keine Angst vor der Zukunft der Literaturkritik haben, auch nicht vor dem Internet.

Eine fundierte und lesenswerte Auseinandersetzung mit beiden Artikeln findet sich auf Begleitschreiben von Gregor Keuschnig.

Ein weiterer interessanter Beitrag mit dem Titel „Die Krise der wissenschaftlichen Rezension“ findet sich hier.

5 thoughts on “Literaturkritik am Abgrund?

  1. Liebe Anna,
    danke für die Verlinkung dieser beiden spannenden Artikel. Volker Weidermanns Replik empfinde ich als sehr klug und inspirierend formuliert. Ich hatte den Artikel gestern bereits entdeckt und auf meiner Facebookseite geteilt. Schön, hier noch einmal über ihn zu stolpern.

    Liebe Grüße
    Mara

      • Wow, du bist ja wahnsinnnig schnell! Kicher. Nee, das mit Facebook und mir wird vorläufig nichts. Und zwar einfach aus Zeitgründen, ich wünschte ohnehin, ich hätte mehr Zeit zum Lesen und Bloggen. Noch eine weitere Plattform müsste ja auch sinnvoll gepflegt werden. Und so muss ich die Nachteile, vielleicht nicht alles Interessante mitzubekommen und potentielle LeserInnen nicht zu erreichen, halt in Kauf nehmen. LG Anna

      • Schade, auch wenn ich das Argument mit der Zeit verstehen kann. Ich empfinde Facebook mittlerweile als Fluch und Segen. Dank Facebook habe ich das Gefühl, noch mehr interessierte Leser zu erreichen, die Beschäftigung mit Facebook ist aber auch ein ganz schöner Zeitfresser. So hat alles seine Vor- und Nachteile.🙂

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