Elizabeth Daly: Unexpected Night (1940)

Pine trunks in a double row started out of the mist as the headlights caught them, opened to receive the car, passed like an endless screen, and vanished. The girl on the back seat withdrew her head from the open window. „We’ll never get there at this rate,“ she said. „We’re crawling.“

The older woman sat far back in her corner, a figure of exhausted elegance. She said, keeping her voice low: „In this fog, I don’t think it would be safe to hurry.“

So beginnt der erste Kriminalroman um den Hobbydetektiv Henry Gamadge von

Elizabeth Daly: Unexpected Night (1940)

Zum Inhalt

Gamadge, Experte für alte Handschriften und Bücher, besucht im Sommer 1939 eine befreundete Familie im Sommerurlaub in Maine, Colonel Barclay, dessen Ehefrau Lulu und ihren Sohn. Und während man sich den Abend mit Kartenspielen vertreibt und auf die Ankunft von Lulus Schwägerin und deren zwei Mündeln wartet, erzählen die Barclays, was es mit Schwägerin Eleanor und ihren zwei Schützlingen auf sich hat. Alma und Amberley sind Geschwister und Amberley wird einen Tag später volljährig, das bedeutet, er wird ein Vermögen von einer Million Dollar erben. Doch Amberley ist todkrank und alle Anverwandten haben Angst, dass er seinen Geburtstag nicht mehr erlebt, dann würde nämlich das gesamte Vermögen irgendwelchen fremden Verwandten in Frankreich zufallen.

Am nächsten Morgen findet man Amberleys Leiche am Fuße der Klippen, ganz in der Nähe des Hotels, vermutlich eines natürlichen Todes gestorben, doch was wollte Amberley mitten in der Nacht an den Klippen?

Gamadge wird von dem zuständigen Kommisar Mitchell gebeten, ihn bei den Untersuchungen zu unterstützen. Und so kommt Gamadge eher unfreiwillig zu seinem ersten Fall. Er ist Anfang dreißig und äußerlich eher unauffällig und unscheinbar.

Mr. Henry Gamadge […] wore clothes of excellent material and cut; but he contrived, by sitting and walking in a careless and lopsided manner, to look presentable in nothing. He screwed his grey tweeds out of shape before he had worn them a week. […] People as a rule considered him a well-mannered, restful kind of young man; but if somebody happened to say something unusually outrageous or inane, he was wont to gaze upon the speaker in a wondering and somewhat disconcerting manner. (S. 6)

Gamadge hat ein Faible für Literatur, alte Handschriften und Bücher und ist – wie könnte es anders sein – ein intelligenter und aufmerksamer Zuhörer.

He did not object to his own society. (2. Band Deadly Nightshade, S. 2)

Fazit

Eine Krimi-Entdeckung, die mir viel Spaß gemacht hat.

Die Schauplätze, eine Straße im Nebel, ein Hotel, ein Dorf, das eine Schauspielertruppe beherbergt, sind hier nicht bloße Staffage. Die Handlungsfäden fließen am Ende alle natürlich zusammen und es gibt kein weißes Kaninchen, das am Ende künstlich aus dem Hut gezaubert wird. Ich habe – erfolglos – fröhlich mitgerätselt. Und in einem der letzten Kapitel, als dem bis dahin ahnungslosen Familienanwalt erzählt wird, was sich zugetragen hat, läuft Daly sogar zu echtem Screwball Comedy-Format auf.

Das Buch war spannend und unterhaltsam. Ich finde es unerhört, dass es von diesem Krimi keine hübsche Schwarzweiß-Verfilmung gibt.

Der zweite Band Deadly Nightshade geht ebenfalls von einer rätselhaften, wenn auch makaberen Grundkonstellation aus: Mehrere Nachbarkinder haben Beeren des Schwarzen Nachtschattens gegessen. Ein Kind stirbt, eines bleibt verschwunden, eines erholt sich, das vierte spricht noch nicht wieder. Mitchell bittet Gamadge, sofort aus New York zu kommen und ihn wieder bei den Befragungen zu unterstützen.

Doch leider verzettelt sich Daly hier in der Menge der beteiligten Personen, von denen leider auch nicht alle als Charaktere überzeugend sind, einige bleiben bloße Namen. Mir wurde ein bisschen schwindlig von all den Fahrten zwischen den Häusern der Opferfamilien, den potentiellen Tätern und den in der Nähe campierenden „gypsies“, die alle in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander liegen, zumal die Handlung an einem einzigen Wochenende spielt.

Anmerkung

Elizabeth Daly lebte von 1878 bis 1967. Es heißt, sie sei die Lieblings-Krimischriftstellerin Agatha Christies gewesen.

10 thoughts on “Elizabeth Daly: Unexpected Night (1940)

    • Hallo Birgit, ja, ich hatte jedenfalls Spaß damit. Zur Zeit habe ich so viel zu korrigieren, dass ich nur leichtere und kürzere Werke lese, umso schöner, wenn das dann trotzdem keine Zeitverschwendung ist. Ich hoffe, du hast gesehen, dass Claudia auch an deiner Sonntagssuppe partizipieren möchte🙂 LG Anna

      • Oh, auch Claudia? Muss gleich mal gucken. Gut, dass ich meinen Job behalte und dann für Euch ALLE Suppe koche🙂

        Wobei: Jobben, bloggen, Suppe kochen…wird vielleicht doch ein bißchen viel? Na ja, kriegen wir schon hin…
        LG Birgit

      • Prust, kicher, grins. Aber noch gehen wir ja brav unserer Arbeit nach. Aber vielleicht kann man ja schon mal vorsichtshalber ein paar Süppchen einfrieren?

  1. Liebe Anna, liebe Birgit,
    wie schön, dass es auch Literatur gibt, die durch Korrekturzeiten trägt. So wie Du die Geschichte bschreibst, würde ich sie auch schrecklich gerne verfilmt sehen, gerne in schwarz-weiß, damit es richtig gut in die Zeit passt. Schade eigentlich, dass Du nicht ein bisschen gspoilert hast, so vermute ich, dass die grässliche französische Sippe ihre Hände im Spiel hat🙂.
    Und auf Birgits Sonntgssüppchen freue ich mich auch schon sehr. Bei Suppe kann man eigentlich nicht viel falsch machen. Und da wir natürlich gerne beim Abwasch helfen, bleibt auch noch Zeit zum Arbeiten, Lesen und Bloggen.
    Viele beschwingte Grüße, Claudia

    • Liebe Claudia, die Sache zieht Kreise, jetzt schaltet sich auch Petra ein, die uns ein leckeres Süppchen anbietet. Das ist doch toll, oder? So viel kann ich übrigens verraten: Die französische Verwandtschaft ist völlig unschuldig. LG Anna

  2. Die Empfehlung liest sich ja schon interessant, besonders zum ersten Band. Aber eure Kommentare sind auch sehr lesenswert ; D Ich liebe übrigens Suppen und angeblich mache ich auch gute – falls ihr mal in der Nähe seid, sagt Bescheid ; )

    • Hallo Petra, ja die Kommentare haben mir auch viel Spaß gemacht🙂 Und dein Angebot ist super, vielleicht klappt das wirklich mal, dass wir deine leckeren Suppen probieren können.😉 Der erste Band liest sich wirklich nett. LG Anna

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s