Blogstöckchen

Es scheint die Zeit der freifliegenden Blogstöckchen zu sein, diesmal kam eines von Birgit und ihrem gut gefüllten Schatzkästchen Sätze&Schätze.

Sie fragte:

  1. Warum England?
  2. Wenn nicht England, wo dann?
  3. Was bedeutet für Dich der Begriff „Heimat“?

Warum England?

Birgit hat sicherlich nichts dagegen, wenn ich das auf Großbritannien erweitere, damit Wales und Schottland und Nordirland auch noch reinpassen. Vermutlich fing es mit der Sprache an, die ich von Anfang an mochte, während ich mit Französisch leider fremdelte. Dann kamen die Bücher, die Brontes, Charles Dickens, Wilkie Collins und Jane Austen. Als Teenager wusste ich gar nicht, wie wichtig die für die englische Literatur sind, sie gefielen mir einfach.

Aus dem Lieblingsfach wurde eines meiner Studienfächer, es folgten die ersten Aufenthalte während des Studiums. Natürlich kann man das nicht verklären, ich komme immer als Tourist und das Land ist keine Insel der Seligen. Dennoch: Ohne Wenn und Aber haben die Landschaften in Wales, in Schottland, im Lake District, in Yorkshire etwas, das mich berührt, meinen Blick weitet, mich zur Ruhe kommen lässt, mich erdet.

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Die alten, kleinen Cottages, die nicht schick sind, aber urgemütlich und heimelig. Den trockenen Humor, die Ironie. Die Literatur, die Literatur, die Literatur.

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London: Vor Urzeiten dort neun Monate gelebt und gearbeitet, und als Landei completely blown away von der Kultur, den Museen, der Vielfalt, dem Schalterbeamten mit Turban, den Parks, nicht zu vergessen, den Bücherläden, dem Cream Tea. Die Geschichte, die auch mit so bizarren Phänomenen aufwartet wie den Schmuckeremiten.

Die prächtigen Herrenhäuser, in denen oft Ehrenamtliche mit ganz viel Engagement die Führungen übernehmen. Oxford, Edinburgh. Die abbeys, castles und cathedrals.

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Und die Wahnsinnsgärten, vor denen Herr K. immer Angst hat, weil er befürchtet, dass ich wieder jede Blüte einzeln fotografiere.

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2. Wenn nicht England, wo dann?

Norwegen oder Neuseeland. Das steht noch unentschieden.

3. Was bedeutet Heimat für dich?

Eigentlich hat das Wort für mich inzwischen zwei Bedeutungen. Menschen, die ihr ganzes Leben da verbringen, wo sie aufgewachsen sind, die (fast) alle anderen aus der Umgebung kennen und deren Familiengeschichten noch gleich mit, die quasi selbstverständlich an einem Ort mit seiner Geschichte verwurzelt sind und sich dort engagieren, die haben ein Heimatgefühl, um das ich sie – manchmal – beneide.

Aufgrund der zahlreichen Ortswechsel würde ich für mich nur noch in der Vergangenheitsform von Heimat sprechen, Heimat als der Ort, an dem ich aufgewachsen bin, der mich geprägt hat.

Nun würde das Stöcken gern zu Claudia auf dem Grauen Sofa und zu Petra von Philea’s Blog.

Die Fragen für Claudia:

  1. Seit wann und warum Hunde?
  2. Gibt es Lieblingsbücher? Oder: Wie entscheidet sich, welches Buch du als nächstes liest?
  3. Der ideale Fernwehort für ein eigenes Ferienhäuschen?

Die Fragen für Petra:

  1. Lieblingsandschaft oder Lieblingsautor?
  2. Wie muss ein Cafe sein, damit es dich als Stammgast gewinnt?
  3. Lieblingswort oder Lieblingswörter?

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12 thoughts on “Blogstöckchen

  1. Mir geht es genau so. Hab meine Zwischenprüfung zu Jane Austen gemacht & ein Semester in Newcastle studiert. Bekomme bei solchen Bildern sofort akutestest Fernweh! Spätestens nächstes Jahr steht die Insel wieder auf dem Reiseplan, dann vermutlich Lake District und/oder Wales!

  2. Liebe Anna, das ging ja auch sehr schnell. Und das Ergebnis ist wunderbar zu lesen und optisch: GROSSES KINO. So schöne Bilder, die allein beim Anschauen etwas von dem vermitteln, was Du schreibst – Erdung, zur Ruhe kommen. Ich habe in den letzten Jahren eher den Süden bereist, das muss ich wohl mal wieder überdenken. Und die Erweiterung auf Großbritannien – kein Thema🙂

    • Das freut mich, wenn ich bei der zugegeben raschen Bearbeitung doch halbwegs stimmige Fotos ausgewählt habe. Na, der Süden würde mich auch reizen, obwohl ich es immer schön finde, wenn es da nicht die Sprachbarriere gibt. Und dass uns schon so mancher Ferientag in Schottland oder Norwegen ziemlich verregnet daherkam, das habe ich dann mal lieber verschwiegen…

  3. Liebe Anna,
    da ich gerade ganz wenig Zeit habe, habe ich mir erst einmal nur Deine tollen Bilder angeschaut. Schwupps: Fernweh! Ganz schlimmes Fernweh! Und ich bin noch mit dem Fernweh beschäftigt, da höre ich schon zzzzsch, wie ein Blogstöckchen angeflogen kommt. Die Fragen sind ja super! Ich freue mich schon aufs Beantworten. Jetzt werde ich aber erst einmal mit meinen Schülern versuchen herauszufinden, was denn Barbaren sind (wir starten heute mit Jonas Lüscher, bin schon gesapnnt). Und dann werde ich natürlich auch noch Deine England Antworten in Ruhe lesen.
    Erst einmal: viele Grüße, Claudia

    • Liebe Claudia,
      schön, dass du so gut im Auffangen bist und Lust hast, mitzumachen. Aber bloß keinen Stress, ich weiß ja, wie das ist, wenn sich noch alles Mögliche und Unmögliche auf dem Schreibtisch stapelt. Zum Thema Fernweh:
      a) Ignorieren
      b) Wochenendausflug
      c) Den nächsten Urlaub planen
      d) Suppen kochen🙂
      e) Endlich bei Jauch bewerben
      Jetzt aber erst mal viel Spaß und denkwillige junge Menschen bei der Beschäftigung mit Lüscher. LG Anna

  4. Der Artikel erinnert mich mal wieder daran, dass ich mein Traumland schon 6 Jahre nicht mehr gesehen habe. Ich reise alleine und das ist in Großbritannien einfach blöd, weil Pub-Besuche für micht dazugehören und dann sitzt du allein da … ist einfach nix. Und leider so teuer😦 Ich hoffe, es klappt trotzdem irgendwann bald mal wieder…

    • Stimmt, teuer ist nicht lustig. Und als Touristin allein in Pubs … Man kann ja nicht nur durch Kunstmuseen wandeln, aber Freundinnen von mir haben super Erfahrungen mit organisierten Wandertouren gemacht, die sie dann nach persönlichem Gusto verlängert haben. Oder Freunde überzeugen, dass das Wetter da auch viel besser als sein Ruf oder so… Ich wünsche dir jedenfalls ganz dringend, dass es nicht noch mal sechs Jahre dauert, bis du wieder mal Inselluft schnupperst.

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