Sylvain Tesson: In den Wäldern Sibiriens (OA 2011; deutsche Ausgabe 2014)

Die Marke Heinz vermarktet etwa fünfzehn verschiedene Saucen. Der Supermarkt von Irkutsk führt sie alle, und ich kann mich nicht entscheiden. Ich habe schon sechs Einkaufswagen mit Nudeln und Tabasco beladen. Der blaue Lastwagen wartet auf mich. Mischa, der Fahrer, hat den Motor nicht abgestellt, draußen herrschen minus 32 Grad. Morgen verlassen wir Irkutsk. In drei Tagen werden wir die Blockhütte am Ostufer des Sees erreichen. […] Fünfzehn Sorten Ketchup. Wegen solcher Dinge wollte ich dieser Welt den Rücken kehren.

So beginnt

Sylvain Tesson: In den Wäldern Sibiriens: Tagebuch aus der Einsamkeit (2014)

Das französische Original erschien 2011 und wurde von Claudia Kalscheuer ins Deutsche übersetzt.

Zum Inhalt

Tesson wurde 1972 in Paris geboren. Der Schriftsteller, Journalist und Reisende fasst selbst den Inhalt auf der ersten Seite des Buches unter dem Titel Randnotiz zusammen:

Ich hatte mir vorgenommen, vor meinem 40. Lebensjahr als Eremit in den Wäldern zu leben.
Ich zog für sechs Monate in eine sibirische Hütte am Ufer des Baikalsees, an der Spitze des Nördlichen Zedernkaps. Das nächste Dorf, 120 Kilometer entfernt, keine Nachbarn, keine Zugangsstraßen, gelegentlich ein Besuch. Im Winter Temperaturen um die minus 30 Grad, im Sommer Bären an den Ufern. Kurz, das Paradies.
Ich nahm Bücher mit, Zigarren und Wodka. Alles Übrige – die Weite, die Stille und die Einsamkeit – war schon da.
In dieser Wildnis schuf ich mir ein schlichtes und schönes Leben, ich machte die Erfahrung eines aus einfachen Handlungen bestehenden Daseins. Im Angesicht von See und Wald betrachtete ich das Vorüberziehen der Tage. Ich hackte Holz, angelte mein Abendessen, las viel, wanderte durch die Berge und trank am Fenster Wodka. Die Blockhütte war ein idealer Beobachtungsposten, um noch die kleinste Bewegung der Natur zu erfassen.
Ich erlebte den Winter und den Frühling, das Glück, die Verzweiflung und am Ende den Frieden. In der tiefsten Taiga verwandelte ich mich. Die Bewegungslosigkeit gab mir, was das Reisen mir nicht mehr verschaffen konnte. Der Geist des Ortes half mir, die Zeit zu zähmen. Meine Einsiedelei wurde zum Laboratorium dieser Wandlungen.
Jeden Tag verzeichnete ich meine Gedanken in einem Heft. Dieses Tagebuch eines Einsiedlerlebens halten Sie in Händen.

Warnung

Da dieses „Tagebuch“ so viele sprachlich gelungene sowie inhaltlich interessante Stellen enthielt, konnte ich mich kaum entscheiden, welche Zitate ich denn nun einfließen lassen soll und welche nicht. Wer also mit dem Gedanken spielt, das Buch selbst zu lesen, kann ja gleich zum Fazit weiterblättern…

Noch ein bisschen mehr zum Inhalt

2003 wanderte Tesson das erste Mal am Baikalsee. Das hinterließ einen so tiefen Eindruck, dass er beschloss, irgendwann wiederzukommen. Sieben Jahre später erfüllt er sich nun diesen Traum und bezieht seine Blockhütte am Ufer des ältesten und tiefsten Sees der Welt. Neben den streng überlebenswichtigen Vorräten hat er auch ein paar Luxusgüter im Gepäck: Beträchtliche Mengen an Wodka, Paracetamol (gegen die Wirkungen des Wodka), Zigarren und eine große Bücherkiste. Solarzellen liefern den Strom für seinen kleinen Computer. Das Satellitentelefon für Notfälle funktioniert nur ab und zu.

Als erstes räumt er den Müll des Vorgängers hinter die Hütte. Zunächst allein, später kommen zwei Hunde dazu. Ab und an Besuche von trinkfesten Fischern und Angestellten des Baikal-Lena-Naturreservats.

Im Abstand von 30 Kilometern beherbergen Stationen des Naturschutzgebiets Inspektoren […] Später werde ich in melancholischen Momenten, wenn ich das Bedürfnis verspüre, mit jemandem anzustoßen, nur einen Tag nach Süden oder fünf Stunden nach Norden wandern müssen. (S. 22)

Und so beginnt sein großes Abenteuer:

Ich bin an der Landungsbrücke meines Lebens angelangt. Ich werde endlich erfahren, ob ich ein Innenleben habe. (S. 33)

Über weite Strecken spürt man sein geradezu physisches Wohlbehagen, das er empfindet, ja manchmal macht ihn die Einsamkeit fast ein bisschen größenwahnsinnig: Sie

wirkt als Resonanzkörper: Alle Eindrücke sind wesentlich stärker, wenn man allein ist. Sie erlegt einem Verantwortung auf: Im menschenleeren Wald bin ich Botschafter der menschlichen Gattung. Ich muss dieses Schauspiel für alle genießen, denen es versagt ist. Sie […] wäscht alles Geschwätz von mir ab, erlaubt es, mein Inneres zu sondieren. Sie lässt Erinnerungen an geliebte Menschen aufsteigen… (S. 114)

Er wandert und klettert, angelt, beobachtet stundenlang den gefrorenen See, erlebt Stürme, geht später im Frühling den Bären aus dem Weg und protokolliert die feinsten Nuancen am Himmel und in der Eisdecke. Er füttert Meisen, wärmt sich an seinem Ofen und philosophiert dabei buchstäblich über Gott und die Welt. Er angelt und fährt stundenlang Schlittschuh, vermisst seine Liebste und genießt seinen nachhaltigen und konzentrierten Lebensstil, den er durchaus als Revolte gegen die Gesellschaft deutet.

Die Blockhütte, das Reich der Vereinfachung. Unter dem Schutz der Kiefern beschränkt sich das Dasein auf lebenswichtige Handlungen. Die den täglichen Aufgaben abgerungene Zeit füllt sich mit Ausruhen, Kontemplation und kleinen Freuden. Die Palette der zu erledigenden Dinge ist begrenzt. Lesen, Wasser holen, Holz hacken, schreiben und Tee eingießen werden zu einer Liturgie. In der Stadt geht jede Handlung auf Kosten von tausend anderen. Der Wald verdichtet, was die Stadt zerstreut. (S. 40)

In eine Hütte zu ziehen bedeutet, von den Kontrollschirmen zu verschwinden. Der Einsiedler löscht sich. Er sendet keine digitalen Spuren mehr, keine Telefonsignale, keine Bankkartenimpulse. […] er tritt aus dem großen Spiel aus. (S. 120)

Aber auch die dunklen Momente des Zweifels, des nicht enden wollenden Regens und der Verzweiflung verschweigt er nicht.

Gleichzeitig spürt Tesson die Notwendigkeit, sich und seinen Tag zu strukturieren, denn er weiß um die Gefahr, ohne die soziale Kontrolle der Mitmenschen den ganzen Tag nur verdreckt und betrunken in der Ecke zu liegen.

Robinson kennt diese Gefahr und beschließt, um nicht auf den Hund zu kommen, jeden Abend am Tisch und im Anzug zu dinieren, als empfange er einen Gast. […] Die Einsamkeit ist eine Bewährungsprobe […] Der Einsame muss sich der Pflicht der Tugend unterwerfen, sagt er, und darf sich keine Grausamkeit erlauben. Wenn er schlecht handelt, wird sein Einsiedlertum ihm eine doppelte Strafe auferlegen: Nicht nur wird er das durch seine eigene Bosheit verdorbene Klima zu ertragen haben, sondern er wird auch die Niederlage einstecken müssen, der menschlichen Gattung nicht würdig gewesen zu sein. (S. 99/100)

Er liest und wird immer mal wieder durch Besuche aufgestört, was dann regelmäßig in Besäufnissen endet. Wir wandern mit ihm durch die Jahreszeiten, erleben seine Entschleunigung, sehen, wie seine Konzentration sich verschiebt. Brauchte er in Paris den Trubel, Besuche und Betriebsamkeit, um die Tage zu bewältigen, reicht ihm hier schon der Besuch einer Meise am Fenster, um ihn einen ganzen Nachmittag zu entzücken.

Dabei sorgt aber die harsche Natur dafür, dass er nicht völlig abhebt. Auf einem Aussichtspunkt oberhalb des Sees sinniert er:

Im Leben braucht es drei Zutaten: Sonne, einen Ausblick und in den Beinen die milchsaure Erinnerung an die Anstrengung. Und kleine Montechristos. Das Glück ist flüchtig wie ein Wölkchen Zigarrenrauch. Es herrschen minus 30 Grad. Zu kalt für längere Kontemplationen.

Fazit

Keine Frage, unbedingt lesenswert! Selbst wenn mir Tessons Hang zu apodiktischen Aussagen manchmal auf die Nerven fiel.

Siebzig Jahre historischer Materialismus haben bei den Russen jedes ästhetische Empfinden zunichtegemacht. Woher kommt der schlechte Geschmack? Warum gibt es Linoleum und nicht nichts? Wie hat der Kitsch die Welt erobert? Der Run der Völker auf das Hässliche ist das Hauptphänomen der Globalisierung. […] Der schlechte Geschmack ist der gemeinsame Nenner der Menschheit. (S. 26)

Tesson ist ein belesener Reisender. Seine Bücherkiste enthält ca. 60 Titel, von den Stoikern, den Eremiten des 4. Jahrhunderts bis hin zu Shakespeare, Robinson Crusoe und einigen Krimis, aus denen er immer wieder zitiert, die er gedanklich verknüpft, denen er widerspricht, aus denen er entnimmt, was ihm nützlich erscheint. Schön auch die Lektüre der chinesischen Dichter, die sich schon vor Jahrhunderten so ihre Gedanken über den Rausch, die Schönheit und die Zurückgezogenheit gemacht  haben. Es macht Spaß, Tesson dabei zu folgen. Beim nächtlichen Besuch seiner Latrine, 120 Schritte von der Hütte entfernt, fällt ihm beispielsweise die Geschichte von Daphne du Maurier ein, in der ein Mann in einer kalten Winternacht über die Wurzeln eines Baumes stolpert, den seine Frau einst gepflanzt hat.

Manchmal ist es auch einfach nur komisch. Da verkriecht sich einer im Winter am Ufer des Baikalsees und selbst dort ist er nicht sicher vor Leuten, die weder Sinn für die Schönheit des Ortes oder die Einsamkeit haben. Eines Nachts kommen Mitglieder aus Putins Partei in acht Geländewagen und  kampieren am Strand. Er ist niedergeschmettert, nicht zuletzt, weil sie die schöne Schneefläche komplett zertrampelt haben.

… der Lärm, die Hässlichkeit, das testosterongesteuerte Herdenverhalten. Und ich armer Tropf mit meinen Reden über Rückzug und meinem Exemplar von Jean-Jacques‘ Träumereien auf dem Tisch! Ich denke an die Benediktinerbrüder, die heute gezwungen sind, Touristen durch ihre Klöster zu führen … (S. 42)

Einmal besucht ihn der Meteorologe von einer der Inseln, in Begleitung einer australischen Touristin.

Die Australierin versteht einiges nicht ganz:
„Do you have a car?“ – „No“, sage ich.
„A TV?“ – „No.“
„If you ever have a problem?“ – „I walk.“
„Do you go to the village for food?“ – „There is no village.“
„Do you wait for a car on the road?“ – „There is no road.“
„Are those your books?“ – „Yes.“
„Did you write all of them?“

Selbst zwei Shivaisten, die vor ihm einen schwer verdaulichen „spirituellen Brei“  auswalzen und dabei aussehen wie „Killer einer Spezialeinheit“ verirren sich an sein einsames Ufer.

Tesson ist kein romantischer Spinner. Angesichts der begrenzten Ressourcen unserer Erde hält er zwar ein ökonomisches Nullwachstum für das Gebot der Stunde, doch glaubt er nicht, dass irgendeine Regierung den Mut hätte, ihrer Bevölkerung abzuverlangen, eher „Seneca zu lesen, als Cheeseburger zu verschlingen“. (S. 45)

Dabei ist er sich völlig im Klaren darüber, dass er sich mit diesen sechs Monaten einen Luxus leistet, der immer elitär bleiben wird. Würden das viele oder gar alle nachahmen, gäbe es diese fast unberührten Orte der Schönheit nicht mehr.

Wenn die Massen in die Wälder zögen, würden sie die Übel mitbringen, die sie fliehen wollten, indem sie die Stadt verließen. Es gibt keinen Ausweg. (S. 46)

Am Rande werden auch die Umweltzerstörung und der gedankenlose Raubbau an den Wäldern der Taiga erwähnt. So zerlegen chinesische Holzfäller russische Zedern, um daraus beispielsweise Essstäbchen herzustellen.

Zum Abschluss noch einmal seine Beweggründe, sich in eine Blockhütte zurückzuziehen:

Ich war zu geschwätzig
Ich wollte Stille
Zu viel unbearbeitete Post
und zu viele Leute zu treffen
Ich beneidete Robinson …

Sicherlich entbehrt es nicht einer gewissen Ironie, wenn er seiner Geschwätzigkeit ein Schnippchen schlagen wollte und nun unzählige Tagebuchseiten vollgeschrieben hat. Egal.

Die wenigsten von uns werden sechs Monate in irgendeine Wildnis oder ein Kloster aufbrechen, doch die Fragen, die Tesson (sich) stellt, und die Einsichten, die er gewinnt, sind natürlich nicht nur für Eremiten von Belang:

Kann man sich selbst ertragen? (S. 50)

Es tut gut, kein Gespräch in Gang halten zu müssen. (S. 68)

Schade ist lediglich, dass hier, wie schon bei Winnemuths Buch Das große Los, das übrigens ebenfalls im Knaus-Verlag erschienen ist, in keiner Zeile davon erzählt wird, wie es Tesson nach seiner Rückkehr in die Zivilisation ergangen ist. Ist er ein dauerhaft Veränderter?

Aber vielleicht ist gerade das das Spannende? Wir malen uns aus, was wäre, wenn, und träumen ein bisschen, schreiben in unser Tagebuch und überlegen, wie auch wir ein bisschen geerdeter und konzentrierter leben können, ein bisschen weniger geschwätzig …

Anmerkungen

Tesson empfindet seine Versuche, die ihn schier überwältigende Landschaft zu fotografieren, mehr und mehr als Frevel am Augenblick. So enthält das Buch leider keine Bilder. Deshalb ist der Trailer auf der Verlagsseite umso wichtiger; so bekommt man wenigstens einen kleinen Eindruck.

2011 erhielt er für dieses Buch den französischen Literaturpreis Prix Médicis.

Blake Morrison schreibt im Guardian: „… in Linda Coverdale’s fluent translation, he comes across as the brainiest, daftest, sternest, funniest, most companionable hermit you’ll ever meet.“

Und hier geht’s lang zur Besprechung auf Zeichen und Zeiten.

20 thoughts on “Sylvain Tesson: In den Wäldern Sibiriens (OA 2011; deutsche Ausgabe 2014)

  1. Das könnte ein Buch für mich sein – höert sich spannend an. Muss ich auf die Liste „Bücher nach Ausgabestopp“ schreiben.🙂
    Liebe Grüsse und danke für den Tipp
    Charlotte

  2. Liebe Anna,
    Deine Buchbesprechung weckt direkt nicht nur Reisefieber, sondern auch den riesengroßen Wunsch nach Zurückgezogenheit, nach ganz viel Natur, nach ganz viel selbstbestimmter Zeit. Wir sollten doch ernsthaft über die Formulierung der Petition „Jahr ohne Arbeit – und zwar sofort“ nachdenken. Ob es mich allerdings gleich ein halbes Jahr in diese hier beschriebene Einsamkeit verschlagen würde, das weiß ich nicht so genau. Aber wie toll, dass wir wenigstens darüber lesen können und uns so in Gedanken auch an den Ort am See träumen können! – Und ein bisschen ist das Buch ja auch, was den Ort des Geschehens betrifft – auch wenn es jeweils um den Ausstieg aus dem Alltag geht – ein Gegenentwurf zu Meike Winnemuths Reise in Großstädte. – Wie passend Dein Beitrag in dieser Woche ist – Du wirst schon sehen! Es ist fast wie abgesprochen oder wie bestellt🙂.
    Viele Grüße, Claudia

    • Hallo Claudia,
      nachdem ich gerade noch mal an einigen Umformulierungen gebastelt habe, sehe ich hier deinen Kommentar. Ja, die Petition unterschreibe ich SOFORT🙂 Allerdings geht es mir wie dir, es müsste wirklich nicht Sibirien sein, das ist mir im Winter zu kalt und im Frühjahr zu viele Mücken, außerdem wäre ich definitiv nicht trinkfest genug. Für mich war es sogar spannender als Winnemuths Buch, nämlich zu lesen, was passiert, wenn einer zur Ruhe kommt. Winnemuth ist da eher wie ein Schmetterling von einer bunten Blüte zur nächsten geflogen. Mir gehen auch dauernd noch seine Worte zum Tagebuchschreiben durch den Kopf… Und es wäre interessant, was jemand, der selbst Hunde hat/kennt, über die Passagen denkt, in denen Tesson über seine zwei Hunde schreibt. Und jetzt bin ich natürlich supergespannt, was wir diese Woche auf deinem Blog lesen werden. Ich glaube allmählich, du hast da hypnotische Fähigkeiten🙂 LG Anna

      • Liebe Anna,
        BIlder und Texte sind ganz, ganz toll. Eine Wanderung rund um die Welt. Ich bekomme sofort Lust loszulaufen. Der Blogbeitrag ist fast schon einen eigenen Besprechungsbeitrag wert.
        Viele Grüße, Claudia

      • Ja, bei McCurry sieht man, wozu Fotografen in der Lage sind. Seine Bilder sind so viel mehr als „nur“ reine Abbildungen. Freut mich, dass dich der Beitrag auch so angesprochen hat. LG Anna

    • Hallo Petra, danke für deine Worte. Wie so oft, war ich unschlüssig, ob meine Besprechung nicht ein wenig zu ausführlich wird. Deshalb habe ich im Nachhinein noch eine „Warnung“ integriert. Aber da meine Beiträge ja auch dazu dienen, mich selbst an bestimmte Passagen zu erinnern, ging’s nicht kürzer🙂 Ich bin sehr gespannt, ob wir dann irgendwann deine Eindrücke lesen dürfen. LG Anna

    • Das ist ja klasse, ich habe gerade noch mal deinen Beitrag anlässlich eures Reisejahres angeschaut, um zu sehen, ob ich da vielleicht noch ein Foto am/vom Baikalsee finde. Du siehst, dies ist ein Wink🙂 LG Anna

  3. Und schon wieder ein ungemein verheißungsvolles Buch – vielen Dank für die informative Besprechung! „Bücher nach Ausgabestopp“ hört sich auch für mich nach einem sinnvollen Projekt an – und dann direkt ab damit nach Sibirien oder in irgendeine andere Taiga…😉

    • Vielleicht sollten wir eine Selbsthilfegruppe gründen: Wie schaffe ich es, keine weiteren Bücher zu kaufen?🙂 Aber für eine Reisende wie dich … Wobei Sibirien nicht so ganz meines wäre, wie gesagt, zu kalt, ich möchte auch keine Bären treffen und ich wäre nicht trinkfest genug. LG Anna

      • Liebe Anna, bei der Selbsthilfegruppe bin ich dabei – und was die Kälte angeht: Ich bedaure ebenfalls sehr, dass es solche Landschaften nicht in etwas wärmer gibt.

  4. Liebe Anna,
    ich möchte auch in die Selbsthilfegruppe…oder vielleicht doch nicht. Da jammern wir uns dann gegenseitig vor, wie schlimm es ist, keine Zeit zum Lesen zu haben. Also entscheide ich mich für das Eremitendasein – solange, bis mein Bücherstapel abgebaut und der Ausgabestopp beendet ist. Allerdings ebenfalls: keinesfalls Sibirien. Ich denke mehr an eine Klause auf einer griechischen Insel.
    Rundheraus: Ich bin jetzt ernsthaft vergrätzt mit Dir🙂 Da scheltest Du mich und haust selbst so eine tolle Buchbesprechung nach der anderen raus. Auch dieses will, muss ich jetzt haben – ich habe es einmal in meinem Leben geschafft, wenigstens für zwei Wochen so eremitisch draußen zu leben – das ist eine besondere (Grenz-)erfahrung. Mehr Zeit hatte ich leider nicht, ich weiß aber auch nicht, ob ich es länger ausgehalten hätte. Deswegen treffen die Fragen, die sich Tesson stellt – wie lange hält man es mit sich selbst aus, was bedeuten eigentliche Gespräche – ins Schwarze.
    Wirklich auch großes Kompliment an Dich für den tollen Text, der einen richtig hinreißt.
    Einen so was von schönen Sonntag wünscht Dir Birgit

    • Hallo Birgit,
      für solche Kommentare nehme ich es ganz gelassen, dich „vergrätzt“ zu haben.😎 Dankeschön für deine netten Worte! Griechische Insel klingt sehr gut, aber die Sprache wäre ein Problem. Außerdem bin ich nicht wirklich praktisch begabt, ein Minimum an Luxus müsste also vorhanden sein. Darf ich fragen, wo du deine zwei eremitischen Wochen verbracht hast? Vor Jahrzehnten, während des Studiums, habe ich mal in einer Art Jugendherberge in England gearbeitet. Das war auch ziemlich eremitisch, wenn auch ungeplant. Der nächste Ort 10 Kilometer entfernt, keine Busverbindung. Lange Arbeitszeiten. Da habe ich Briefe geschrieben und bekommmen, das war eine Pracht…
      Meine Lieblingsorte sind leider oft etwas regenlastig. Was allerdings für das Lesen wieder günstig wäre.
      Die Selbsthilfegruppe hätte allerdings einen Vorteil: Wenn man selbst schon keine neuen Bücher mehr kaufen dürfte, könnte man sich ja so lange durch die Regale der anderen Gruppenteilnehmer fräsen – vorausgesetzt, sie verleihen ihre Bücher🙂
      Vielleicht kann ich dich wieder gnädig stimmen, wenn ich dir verspreche, dass es vermutlich ein bisschen bis zur nächsten Besprechung dauert? Arbeite mich gerade durch eine Biografie zu Dorothy Sayers und da muss man ja auch den ein oder anderen Krimi noch mal lesen🙂 Auch dir einen richtig schönen Sonntag und liebe Grüße, Anna

      • Liebe Anna,
        ein eremitisches Dasein wird ja begünstigt, wenn man die Landessprache nicht spricht – also Griechenland für mich, weil es da nicht soviel regnet. Außerdem sprechen die meisten Griechen ja eh deutsch…und – ich bin jetzt auch wenig praktisch begabt, aber dort findest du immer noch Menschen, die dir helfen, dich bekochen, einladen. Die Gastfreundschaft dort ist nach wie vor ungebrochen, wenn man nicht in die Touri-Zentren geht. Gut, Du merkst, ich bin da eine Schwärmerin.
        Meine eremitischen Wochen: Ich hab mir mit Anfang 20 mal in den Kopf gesetzt, zwei Wochen an der Donau entlang zu wandern – von Ulm bin ich bis nach Budapest gekommen (also gut, zwischendurch habe ich einen Zug genommen). Damals gab es kein Handy, keine Tablets, ich bin einfach los…und das war schon klasse. Deine Ankündigung erleichtert mich, aber ich bedauere es ja auch, wenn Du wenig schreibst – weil ich das sehr gerne lese. Jedoch Dorothy Sayers ist natürlich etwas, auf das man sich freuen darf…Bis hoffentlich bald also, Birgit

  5. Pingback: BuchsaitenBlogparade 2014 | buchpost

  6. Was für ein Vorhaben ! Würde das nicht jeder gerne machen wollen: einfach mal raus aus der Zivilisation, keine Handyortung, keine Kreditkarte, um zu überleben. Ich habe das Buch in Vorbereitung auf eine Sommer-Reise zum Baikalsee gelesen, geradezu verschlungen. Zwar fand ich vor Ort nichts konkret von dem bestätigt, was Tesson beschrieben hat, abgesehen von der Wucht der Berge; aber er hat wesentlich dazu beigetragen, was meine Fantasie sich in dieser Landschaft vorstellte. Ein echtes Erlebnis: zuerst das Buch, dann die Landschaft, der heilige Baikal.

    • Entschuldige die etwas verzögerte Antwort. Ja, verschlungen habe ich das Buch auch, und wie schön, wenn man das dann mit eigenen Eindrücken vergleichen kann. Darf ich fragen: Was genau hat sich denn für dich nicht bestätigt?

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