Fundstück

Nun beobachte einmal die da vorne. Sie haben Sorgen, sie zählen die Kilometer, sie machen sich Gedanken darüber, wo sie heute Nacht schlafen werden, wie viel das Benzin kostet, über das Wetter, wie sie hinkommen werden – und dabei werden sie doch sowieso hinkommen. Aber sie müssen sich Sorgen machen und an der Zeit zu Verrätern werden mit falschen Dringlichkeiten und sonstwie, einfach in Angst und unter Jammern; ihre Seelen werden erst wirklich Frieden haben, wenn sie sich an eine anerkannte und gültige Sorge hängen können, und wenn sie die einmal gefunden haben, setzen sie eine Miene auf, die dem entspricht und dazu passt; und das ist, siehst du, Unglücklichsein, und die ganze Zeit über fliegt alles an ihnen vorbei, und sie wissen es und das bekümmert sie auch unendlich.

Jack Kerouac: Unterwegs

– mit einem Dankeschön an Uwe, den Kaffeehaussitzer

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7 thoughts on “Fundstück

      • Ojeh! Selbst wir Deutschen sind uns diesbezüglich einig…
        Oder nehmen wir beide uns hier aus? Ich, hoffe und denke wir dürfen das tatsächlich, sonst wären wir uns der Misere vielleicht nicht so bewusst?!

      • Hmm, also ich kenne solcherlei Tendenzen durchaus von mir und gerade deshalb fand ich das Zitat ja so „erhellend“🙂 Und in meinem beruflichen Umfeld tritt das ganz geballt auf, alles andere gälte wohl als liederlich, seufz oder kicher, je nachdem. LG, Anna

  1. Na ja…Bedenkenträger bin ich auch manchmal. Die Lebenserfahrungen schlagen manchmal durch. Aber, ich hoffe, ich habe gelernt, nicht die Ängste und Bedenken gewinnen zu lassen, sondern statt dessen Lösungen, Vorschläge und Perspektiven auszubreiten.
    Verzeih mir bitte, wenn ich finde, das gerade Lehrer den Kindern positives Denken vorleben sollten. Wahrscheinlich ist es altmodisch, aber ich glaube daran, das Lehrer/innen mehr lehren sollten, als nur Fakten. Eltern natürlich erst Recht.
    Ich habe mal 2 Wochen mit einigen Panameños verbracht. Als Deutsche/r ist man sich wohl häufig überhaupt nicht bewusst, wie unbeschwert und mit welcher Lebensfreude auch ernsthafte Erwachsene durchs Leben gehen können. Das hat bei mir einen sehr tiefen Eindruck hinterlassen!🙂

    • Natürlich hast du vollkommen recht, dass Lehrer ihren Schülern eine grundsätzlich positive Denke vermitteln sollten. Positiv im Sinne, die Aufgaben und Anstrengungen sind bewältigbar, machbar, interessant etc. Aber meine Erfahrung ist, dass wenn die SchülerInnen zu uns kommen (Berufsschule), sind viele Weichen schon gestellt und die entscheidende Prägung, wie Kinder an die Welterkundung herangehen, werden vermutlich schon vor dem ersten Schultag gestellt – was die Lehrer natürlich NICHT aus der Verantwortung rausnimmt.
      Auslandserfahrungen sind da wirklich Augen öffnend. Unterschreibe ich sofort und in Schönschrift. Es gibt gar kein Gesetz, dass man muffelig, ängstlich, miesepetrig, schwere Bedenken tragend und immer leicht neidisch durchs Leben gehen muss…

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