Dorothy B. Hughes: In a Lonely Place (1947)

It was good standing there on the promontory overlooking the evening sea, the fog lifting itself like gauzy veils to touch his face. There was something in it akin to flying; the sense of being lifted high above crawling earth, of being a part of the wildness of air. Something too of being closed within an unknown and strange world of mist and cloud and wind. He’d liked flying at night; he’d missed it after the war had crashed to a finish and dribbled to an end.

So, doch eigentlich ganz ansprechend, beginnt der Kriminalroman von

Dorothy B. Hughes: In a Lonely Place (1947)

Das wird die kürzeste Besprechung, die es vermutlich je auf meinem Blog geben wird: Nicht wirklich überraschend, denn ich habe das Buch ja auch auf S. 14 abgebrochen.

Also: Der Stil ist klasse – kein Wunder, Hughes gab als literarische Vorbilder u. a. Faulkner und Greene an und war damals sehr erfolgreich mit ihren Krimis. Trotzdem hätte ich gern mein Geld zurück: Der Klappentext, der einen chandlermäßigen Noir Crime – also  bestens geeignet für fiebrige Erkältungstage – vermuten lässt, führt in die Irre. Ich hätte jedenfalls Abstand vom Kauf  genommen, wenn ich gewusst hätte, dass man spätestens (!) auf S. 14 weiß, wer der psychopathische Mörder ist (die Hinweise beginnen aber bereits auf S. 2) und der Rest vermutlich nur noch das Katz- und Maus-Spiel zwischen Polizei und Täter darstellt.

Die personale Erzählperspektive räumt überdies gerade dem Mörder und Frauenhasser sehr viel Raum ein, und das, wo ich doch viel lieber einen klassischen Whodunit gelesen hätte.

Das Buch wurde zwar mit Humphrey Bogart verfilmt, hält sich allerdings in wesentlichen Elementen nicht an die Romanvorlage. Das kann dem Film nur gut getan haben.

Aber etwas Positives gibt es doch: Die dem Buch vorangestellten Verse des irischen Dramatikers John Millington Synge:

It’s in a lonesome place you do
have to be talking with someone,
and looking for someone, in the
evening of the day.

Die Verse stammen aus Synges Theaterstück In the Shadow of The Glen (1903).

6 thoughts on “Dorothy B. Hughes: In a Lonely Place (1947)

  1. Diese Rezension erinnert mich ein wenig an die Worte der wunderbaren Dorothy Parker: „I couldn’t put the book down. I had to throw if with full force“😉

    Muss ab und an sein und kann so viel Spaß machen – schönen Abend noch!

  2. Liebe Anna,
    wie gemein, verspricht der Klappentext doch beste Unterhaltung – so dringend benötigt, um sich von den Symptomen der fiebrigen Erkältung abzulenken – und dann so eine Enntäuschung! Vielleicht konnte Dir ja das Wegschmeißen, das Vor-die Wand- oder Aus-dem-Fenster-Schmeißen etwas Wiedergutmachung bringen.Und hoffentlich findet sich in Deinem ungelesenen Regal noch bessere Lektüre, da Du ja nun mal gerade Zeit hast🙂.
    Ich schicke Dir ganz viel gute Besserungswünsche, Claudia

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