Bibliotheken

Der damals 95-jährige weltweit anerkannte Herzchirurg Michael Ellis DeBakey (1908-2008) erzählte A. J. Jacobs folgende Geschichte:

Als ich ein kleiner Junge war, durften wir uns nur ein Buch pro Woche aus der Bibliothek leihen. Eines Tages kam ich nach Hause und erzählte meinen Eltern,  dass ich in der Bibliothek ein wunderbares Buch gesehen hätte – das man jedoch leider nicht ausleihen dürfe. Meine Eltern fragten: ‚Was für ein Buch?‘ Und ich sagte: ‚Die Encyclopaedia Britannica‘. Kurz darauf stand sie bei uns im Regal. Ich war damals zehn oder zwölf, das muss also um 1919 gewesen sein. Als ich mit dem Studium anfing, hatte ich sie durch. Ich hatte vier Geschwister, und nach der Schule konnten wir es kaum erwarten, nach Hause zu kommen und die Britannica zu lesen. (S. 281)

Schöner kann man für Nachschlagewerke nicht werben.

P1120052.JPGPrunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek

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8 thoughts on “Bibliotheken

  1. Mir ging es so mit meinem Duden-Lexikon. Leider nur 3 Bände, und man erkennt durchaus den biederen Geist der 50iger Jahre. Aber immerhin habe ich gestern den 3. Band neu eingebunden; sie sind ja immer noch im Gebrauch.

    • Wie schön, wenn du da stöberst, hast du gleich eine ganze Geschichte der gesellschaftlichen Entwicklungen mit dabei. Und sie nach so langer Zeit noch zu besitzen, sie sogar neu einzubinden, das spricht mich genauso an wie das gepostete Zitat.

    • Du erinnerst mich mit Deinem Beitrag daran, dass mir einmal zu Weihnachten meine Eltern ein dreibändiges Lexikon geschenkt haben – und ich mir nichts Schöneres vorstellen konnte. Ich war völlig fasziniert und habe immer wieder geblättert, gelesen, etwas ganz Konkretes nachgeschlagen. Leider bin ich nicht so umsichtig damit umgegangen wie Du. Die Bände sind bei Aus- und Umzügen verloren gegangen. Schade.
      Viele Grüße, Claudia

      • Duplizität der Ereignisse: Ich habe sie zu Weihnachten (das letzte Weihnachten, bevor ich zur Schule mußte) geschenkt bekommen. Es waren meine ersten Bücher überhaupt. Ich konnte damals noch nicht mal richtig lesen. Es sind auch die einzigen Bücher, die mich durch das ganze Leben begleitet haben. Jetzt stehen sie neben dem Schreibtisch, sie sind irgendwie teil meines Lebens, weit mehr als nur Nachschlagwerke.
        LG Erich

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