Margaret Millar: Ask for me tomorrow (1976)

It was late afternoon. As Marco dozed in his wheelchair the long lazy rays of the sun touched the top of his head and stroked the sparse grey hairs of his good arm and fell among the folds of his lap robe. Gilly stood in the doorway and watched her husband, waiting for some sign that he was aware of her presence.

So beginnt der erste von drei Kriminalromanen um den spanischstämmigen Anwalt Tom Aragon von

Margaret Millar: Ask for me tomorrow (1976)

Im Deutschen erschien das Buch unter dem Titel Fragt morgen nach mir.

Gilda Decker, in zweiter Ehe verheiratet mit dem todkranken Invaliden Marco, heuert den jungen Anwalt Tom Aragon an. Er soll ihren ersten Ehemann B. J. Lockwood finden. Der war klein, dick, freundlich, harmlos, reich – und ihre große Liebe. Doch nachdem er dummerweise vor acht Jahren ein 15-jähriges mexikanisches Hausmädchen geschwängert hatte, ist er mit diesem nach Mexiko gezogen.

Das letzte Lebenszeichen von B. J. ist ein Brief, in dem er Gilda um eine größere Summe Geld bat, um damit in Mexiko in Immobilien zu investieren. Darauf hat Gilda aber nie reagiert.

Nun gestaltet sich die Suche nach B. J. Lockwood allerdings schwieriger als gedacht und es kommt zu merkwürdigen Todesfällen, je näher Aragon der Erfüllung seines Auftrages zu kommen scheint.

Fazit

Was für ein feiner kleiner Kriminalroman von einer Schriftstellerin, die mir bisher völlig entgangen war.

Hier verbinden sich glaubhafte Charaktere (und zwar bis in die Nebenfiguren hinein), hinreißend bissige Dialoge mit Spannung und der Fähigkeit, so anschaulich zu schreiben, dass man sich direkt in einen Schwarzweißfilm mit Humphrey Bogart versetzt sieht. Selbst dass mich die Auflösung nicht  mehr wirklich überrascht hat, konnte da noch stören.

Ich werde mich unverzüglich auf die Suche nach weiteren Büchern von Millar (1915 – 1994) begeben, die 1956 den Edgar Allan Poe Award und 1983 von der Mystery Writers of America den Grand Master Award für ihr Lebenswerk erhielt.

 

8 thoughts on “Margaret Millar: Ask for me tomorrow (1976)

  1. Ich finde, Margaret Millar lohnt sich überhaupt. Ich kann Dir auch “Die Feindin“ und “Ein Fremder liegt in meinem Grab“ empfehlen.
    Lieben Gruß von der Silberdistel und hab ein schönes Pfingstfest

  2. Schön, dass die Pause nicht so lang war … und ein Wiedereinstieg mit Margaret Millar, wie gelungen! Ich mochte von ihr auch „Liebe Mutter, es geht mir gut…“: Ziemlich dunkel.
    Ich wünsche Dir ein spannendes Pfingstwochenende, herzlichst, Birgit

  3. Ich habe auch noch nie von Margaret Millar gehört. Das Buch, das Du vorstellst und auch die anderen Empfehlungen hier in den Kommentaren klingen aber spannend. Da schau ich doch mal, ob ich in meiner Buchhandlung ein Exemplar zum Reinlesen finde. Liebe Grüße, Peggy

    • Dann bin ich ja gespannt, ob du fündig wirst. Obwohl sie so erfolgreich war, ist manches wohl leider nur antiquarisch zu bekommen, was ich völlig unverständlich finde. LG, Anna

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