Fundstück von Edmund Hillary

Auf den riesigen Bäumen, in deren Schatten unsere Unterkünfte (auf den Salomon-Inseln) lagen, wohnten die verschiedensten Vögel, darunter einige fette Tauben. Das regte mich dazu an, mir Pfeil und Bogen zu bauen, und nachdem ich mehrere Tage fleißig geschnitzt  hatte, besaß ich eine gefährliche Waffe. Zuerst erprobte ich sie in unserer Baracke. Ich stellte eine Scheibe an die dünne Außenwand und ließ den Pfeil fliegen. Mit dem dumpfen Klang der Sehne schoß der Pfeil durch das Ziel und durchschlug die Wand. Aufgeregt lief ich hinterher, durchsuchte zwei weitere Baracken, in denen es vor Menschen wimmelte, und fand ihn endlich mit der Spitze tief in einen Pfahl gebohrt. Es war ein Wunder, daß der Pfeil niemanden getroffen hatte. Ich konnte nicht verstehen, wie ich so leichtsinnig hatte sein können. Aber ich habe festgestellt, daß junge Männer, wenn sie in einer Gruppe zusammenleben, zur Sorglosigkeit neigen. Übrigens ist es mir trotz all meiner Bemühungen nie gelungen, eine Taube für den Suppentopf zu schießen.

Sir Edmund Hillary: Wer wagt, gewinnt, 1975,  S. 72

Autor: buchpost

- mein buchregal: schon lange ein gegengewicht zu beruf und engstirnigkeit - ziele: horizont weiten, mich vergnügen und das wichtige behalten

8 Kommentare zu „Fundstück von Edmund Hillary“

  1. Liebe Anna,
    das ist ja wirklich nur knapp gut gegangen! Ist der Autor jener Edmund Hillary, der als erster – oder zweiter Bergsteiger, er war ja nicht alleine – auf dem Mount Everest gestanden hat?
    Viele Grüße, Claudia

      1. Kaum ist das „Sir“ nicht dabei, werde ich schon unsicher 🙂 und google erst mal so vor mich hin, um mich nicht völlig lächerlich zu machen…

      2. Ich habe auf die Schnelle auch keine Informationen darüber gefunden, ob es verpflichtend ist, den Ehrentitel immer mit anzugeben. 🙂

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