Fundstücke über die Liebe von Fritz Hartnagel

Meine liebe Sofie!

Du mußt mir bitte entschuldigen, daß ich Dich habe warten lassen, aber mir bleibt zur Zeit nur das Viertelstündchen vor dem Einschlafen. Und da habe ich oft gedacht, wie soll ich Dir bloß antworten? Wie soll ich all das ausdrücken, was ich selbst nicht begreife? Ich weiß nur, daß es etwas Großes und Schönes sein muß, das mich bewegt! Ich kann das nicht zergliedern und definieren, denn es ist ein Ganzes, es ist nicht dieses oder jenes, sondern alles. Was ich von Dir haben möchte? Nichts, Sofie, gar nichts – nur, was Du mir schenken magst und kannst.

Fritz Hartnagel in einem Brief an seine Freundin Sophie Scholl vom 1. Februar 1939

Glaub nicht, daß ich wunders was von Dir wollte. Ich möchte nur bei Dir sitzen, Deine Hand in der meinen halten, und meinen Kopf an Deine Schulter lehnen dürfen, ich möchte teilhaben an Deinen Gedanken, Deinen Freuden und Traurigkeiten, ich möchte nur ein bisschen daheim sein dürfen bei Dir.

Fritz Hartnagel in einem Brief an Sophie Scholl vom 12. Januar 1940

Sophie Scholl, Fritz Hartnagel: Damit wir uns nicht verlieren: Briefwechsel 1937 – 1943, hrsg. von Thomas Hartnagel, 2005

Autor: buchpost

- mein buchregal: schon lange ein gegengewicht zu beruf und engstirnigkeit - ziele: horizont weiten, mich vergnügen und das wichtige behalten

4 Kommentare zu „Fundstücke über die Liebe von Fritz Hartnagel“

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