Fundstück von Irène Némirovsky

In solchen Momenten begriff er, warum Menschen heiraten … um ‚das‘ zu haben, die Gegenwart eines anderen, das Geräusch von Röcken, jemanden, dem man unwichtige Dinge erzählen konnte, jemanden, den man nicht anlächeln mußte, wenn man schlechter Stimmung war, jemanden, der da war, wenn man schwieg.

Aus: Irène Némirovsky: Das Mißverständnis (OA 1926)

Ein kleiner, feiner Roman über eine von von Anfang an zum Scheitern verurteilte Liason zwischen einer gelangweilten reichen Ehefrau und einem in engen finanziellen Verhältnissen lebenden Angestellten, dessen Leben durch den Krieg in andere als die erwarteten Bahnen gelenkt worden war. Das Erstaunliche daran ist für mich, wie hier – im Debüt einer dreiundzwanzigjährigen Schriftstellerin – schon das große Talent und das psychologische Feingefühl der Autorin zu erkennen sind, trotz einiger Holprigkeiten und kurzer melodramatischer Anwandlungen.

Einen ausführlichen Beitrag gibt es auf der Lesewelle, die leider seit längerem nicht mehr aktiv ist.

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