Fundstück von Nathaniel Hawthorne

Das häusliche Leben kennt kaum angenehmere Aussichten als einen hübsch gedeckten, wohlversehenen Frühstückstisch. Wir treten unverbraucht, in der taubenetzten Frische des Tages hinzu, wenn die Harmonie des Geists und der Sinne am größten ist und ein kräftiges Morgenessen ohne übertriebene Bedenken wegen des Magens oder des Gewissens genossen werden kann, selbst wenn wir damit unserem animalischen Wesen etwas zu sehr frönen.

aus: Nathaniel Hawthorne: Das Haus mit den sieben Giebeln (OA 1851), übersetzt von Irma Wehrli, Manesse Verlag 2014

Autor: buchpost

- mein buchregal: schon lange ein gegengewicht zu beruf und engstirnigkeit - ziele: horizont weiten, mich vergnügen und das wichtige behalten

9 Kommentare zu „Fundstück von Nathaniel Hawthorne“

  1. Habe erst „wohlverzehrten“ Frühstückstisch gelesen. *lach* Kann natürlich bei hungrigen Menschen auch vorkommen. 😉 – Schönes Zitat! Und ein Buch, das ich auch noch irgendwann endlich verflucht nochmal lesen muss.

    1. Anna fand es zwar nicht so überwältigend, ich fand es ziemlich gut – aber freilich auch, weil ich mich in der Zeit vielleicht von der Biographie Hawthornes und all den Geschichten um das tatsächliche Haus habe blenden lassen 🙂

    2. „wohlverzehrt“ ist auch hübsch 😎 Wie Birgit in ihrem Kommentar schon schrieb, gingen da unsere Meinungen ziemlich auseinander. Bei Bedarf: Ich habe jetzt in der Quellenangabe des Zitats die Besprechung verlinkt. Dort findet sich auch der Link zu Birgits Besprechung. LG, Anna

      1. Gerade gelesen. – Naja, so ist es halt. Geschmäcker sind verschieden und Bücher wirken auf Leser auch unterschiedlich. Es gibt den ein oder anderen Klassiker, mit dem ich ebenfalls wenig anfangen konnte. So unter anderem das hochgelobte „Parfum“ von Patrick Süskind oder selbst Carrolls „Alice im Wunderland“. Kommt dann manchmal natürlich noch auf den Zeitpunkt an, an dem man das Buch liest bzw. gelesen hat. Becketts „Murphy“ kam für mich z.B. mit Anfang 20 zu früh. – LG zurück. Stefan

      2. Die unterschiedlichen Wahrnehmungen sind ja gerade da interessant, wo ähnliche Ansprüche an Literatur gestellt werden. Dann machen die Beiträge auf verschiedenen Blogs noch mal zusätzlich Spaß. Süßkinds Roman konnte ich übrigens auch nicht viel abgewinnen. LG, Anna

      3. Ja, Vielfalt ist das Stichwort. Hatte gestern nochmal einen Artikel irgendeines Fritzen von der Welt gelesen, der mal einmal die komplette Blogger-Gemeinde durch den Schmutz zieht bzw. ihre indirekt jegliche Berechtigung und Ernsthaftigkeit abspricht. Das finde ich mehr als ärgerlich, denn zwischen den 1000 Tinky-Winky-Pinky-Ich-entpacke-gerade-mein-Buch-Blogs, gibt es auch unheimlich viele gehaltvolle Seiten (so wie z.B. Deine oder Birgits), welche den Ansprüchen des Feuilletons (und die hätte ich sowieso gerne mal definiert) entsprechen und mir teilweise sogar mehr Informationsgehalt bieten, da sie sich nicht nur an einem Element eines Romans festfressen. – Lange Rede, kurzer Sinn: Bin unheimlich froh, das Bloggen (und die ganzen Blog-Kollegen/innen) für mich entdeckt zu haben. Man lernt viel dazu und füllt nebenbei noch beständig seinen SUB. 😉 – LG zurück, Stefan

      4. Geht mir ebenfalls so. Ich vermute, dass einige professionelle Kritiker einfach langsam kalte Füße bekommen, Frau Löffler hatte sich da auch mal sehr herablassend geäußert und leider übersehen, dass eine ganze Reihe Blogger ebenfalls einen universitären Hintergrund haben. Und bei einigen Artikeln über die angeblich so platte Bloggerszene haben sich die Schreiber noch nicht einmal die Mühe gemacht, selbst ordentlich zu recherchieren. Das ständige Anwachsen der Wunschliste ist allerdings schon ein Ärgernis, das mir zu Beginn des Bloggens als Nebenwirkung leider nicht bewusst war 😉

      5. Ich denke, du vermutest richtig. Habe da bereits in meinen Zeiten als Redakteur auf der Krimi-Couch ähnliche Erfahrungen mit einer gewissen Person gemacht, welche seine Position wohl als dickster Fisch im Teich versteht und nur bei Ehrerbietung als Gegenleistung so etwas wie geringe Anerkennung zollt. Und ähnlich ist es dann halt auch mit Feuilleton und Blogger-Szene. – Ja, Recht hast du. Gottseidank war ich schon vorher schon unheilbar Buchsüchtig und ständig auf Suche nach neuem „Stoff“, so dass die „paar Blogs“ mehr jetzt den Kohl auch nicht fett machen. 😀

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s