Molly Thynne: The Draycott Murder Mystery (1928)

The wind swept down the crooked main street of the little village of Keys with a shriek that made those fortunate inhabitants who had nothing to tempt them from their warm firesides draw their chairs closer and speculate as to the number of trees that would be found blown down on the morrow.

Nach den letzten eher schwergewichtigen Büchern war mir nach Cosy Crime zumute und der neu aufgelegte erste von insgesamt sechs Krimis der britischen Autorin Mary „Molly“ Thynne (1881 – 1950) war da ein richtig guter Griff.

Der junge John Leslie kommt abends im Sturm zu seinem Farmhaus zurück, nur um dort zu seinem Entsetzen eine schöne Unbekannte im Wohnzimmer zu finden, offensichtlich erschossen. Da die Polizei die in seinem Schlafzimmer gefundene Waffe für die Tatwaffe hält und er kein Alibi vorweisen kann, muss er damit rechnen, als Täter zum Tode verurteilt zu werden.

Doch seine Verlobte, die patente Cynthia, und alle Freunde des jungen Paares, wie der kürzlich aus Indien zurückgekehrte Fayre, der väterliche Freund Cynthias, sind von der Unschuld Johns überzeugt.  Fayre betätigt sich also notgedrungen als Hobby-Detektiv und stolpert dabei schon rasch über die ersten Ungereimtheiten. Alle sind froh, den eminenten Strafverteidiger Edward Kean und dessen schwerkranke Frau zu den Freunden zählen zu können, die nichts unversucht lassen werden, die Unschuld des jungen Mannes zu beweisen. Doch welches Urteil wird die Jury beim Prozess fällen?

Ein ganz reizendes Exemplar des Cosy Crime, und das, obwohl ich – zum ersten Mal – schon nach dem ersten Viertel den Täter zweifelsfrei identifiziert hatte. Doch die Handlung schlägt noch diverse Haken, es gibt dezenten Humor und die Charaktere sind durchaus als eigenständige Personen gezeichnet.

Eine Verfilmung wäre nett.

a-Scotland0157

Autor: buchpost

- lesen: schon lange ein gegengewicht zu beruf und engstirnigkeit - blog : inhalt meines buchregals - ziele: horizont weiten, mich vergnügen und das wichtige behalten

11 Kommentare zu „Molly Thynne: The Draycott Murder Mystery (1928)“

  1. Mary Thynne war mir bis dato kein Begriff. Allein schon deshalb hat sich die Lektüre Deiner tollen Besprechung gelohnt. Sammle seit einiger Zeit die Whodunits und Cozys aus dem Golden Age (aber auch die der Jahre direkt davor und danach) und werde nach diesem Namen jetzt mal intensiver Ausschau halten. Auch weil ich gerade selber wieder richtig Lust auf einen etwas ruhigen, gemütlichen Rätsel-Krimi habe. Daher ist als nächstes bei mir ein John Dickson Carr dran. Schönes WE, Stefan

    1. War auch mein erstes, aber bestimmt nicht letztes Buch von Thynne. Sie sind ja neu aufgelegt worden und ich bin vermutlich auf einem englischsprachigen Blog auf die Autorin gestoßen. Hat wirklich Spaß gemacht. Für eine Sammlung von Cosy Crime sehr zu empfehlen 😎. Ein schönes Wochenende. Anna

    2. PS: Hier gerade: hektisch recherchierend nach John Dickson Carr, leise murmelnd, hoffentlich klingt der nicht interessant, hoffentlich muss der nicht auch noch auf die Wunschliste, seufz.

      1. John Dickson Carr ist neben Sayers und Christie DAS Schwergewicht des „Golden Age“ und der Erfinder der „Locked-Room“-Mystery. Ich kann ihn Dir nur ans Herz legen. Eine Übersicht seiner Werke findest du nun auch bei mir:
        https://crimealleyblog.wordpress.com/verzeichnis-der-autoren-im-aufbau/c/carr-john-dickson/

        Würde Dir empfehlen, mit der Gideon-Fell-Reihe anzufangen. Die alten Titel der Dumont-Kriminalbibliothek kriegst du noch äußerst günstig antiquarisch. Also ab damit auf die Wunschliste. *lach* 😀

  2. Der erste Satz passt wunderbar zummorgendlichen Wetter hier und somit habe ich große Lust, das Buch sofort zu lesen. Aber erstmal muss es ja hier her. Danke für die Besprechung und schönes Wochenende, Janina

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