John Bude: The Cornish Coast Murder (1935)

The Reverend Dodd, Vicar of St. Michael’s-on-the-Cliff, stood at the window of his comfortable bachelor study looking out into the night. It was raining fitfully, and gusts of wind from off the Atlantic rattled the window-frames and soughed dismally among the the sprinkling of gaunt pines which surrounded the Vicarage. It was a threatening night. No moon. But a lowering bank of cloud rested far away on the horizon of the sea, dark against the departing daylight.

Noch einen alten Cozy Crime gelesen. Unter dem Pseudonym John Bude veröffentliche Ernest Carpenter Elmore 1935 seinen ersten Krimi The Cornish Coast Murder.

Und wir haben all die Ingredienzien, die zu einem guten Cozy Crime gehören. Eine stürmische Gewitternacht, in der unter dem Schutz des Donnergrollens ein unsympathischer Landbesitzer erschossen wird, einen Detektiv, der immer, wenn er meint, den Mörder zweifelsfrei identifiziert zu haben, von neuen Indizien gezwungen wird, seine Ermittlungen von vorn zu beginnen. Und den freundlichen, dem guten Essen zugeneigten Reverend Dodd, der letztlich dem überforderten Detektiv zur Seite springt.

Die Handlungsstränge sind nett, nicht zu überdreht und werden gemächlich entwirrt. Ein Pluspunkt war, da weist auch Martin Edwards in seinem Vorwort der Neuauflage in der Reihe der British Library Crime Classics hin, der sorgfältig ausgearbeitete Schauplatz an der Küste.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass Bude im Verlauf der Handlung leider über weite Strecken den sympathischen Reverend Dodd und seinen Freund Dr. Pendrill etwas aus den Augen verliert, die er uns doch im ersten Kapitel so reizend vorstellt. Sie haben nämlich ein festes Montagabendritual. Jede Woche bestellt einer der beiden einige Kriminalromane von einer Leihbücherei, die sie dann während der Woche lesen. Der Karton mit den Büchern wird nach einem guten Abendessen im Arbeitszimmer des Reverend feierlich geöffnet.

With a leisurely hand, as if wishing to prolong the pleasures of anticipation, the Vicar cut the string with which the crate was tied and prised up the lid. Nestling deep in a padding of brown paper were two neat piles of vividly coloured books. One by one the Vicar drew them out, inspected the titles, made a comment and placed the books on the table beside his chair.

‚A very catholic choice,‘ he concluded. ‚Let’s see now – an Edgar Wallace – quite right, Pendrill, I hadn’t read that one. What a memory, my dear chap! The new J. S. Fletcher. Excellent. A Farjeon, a Dorothy L. Sayers and a Freeman Wills-Croft. And my old friend, my very dear old friend, Mrs. Agatha Christie. New adventures of that illimitable chap Poirot, I hope. I must congratulate you, Pendrill. You’ve run the whole gamut of crime, mystery, thrills and detection in six volumes!‘ (S. 15)

Stattdessen folgen wir viele Kapitel lang einem eher uninteressanten Inspector. Erst am Ende hat Reverend Dodd dann seinen großen Auftritt.

Und im letzten Kapitel – eine Woche nach dem Mord – sehen wir Dodd und seinen Freund, Doktor Pendrill, wieder. Nach einem guten Essen fachsimpeln sie im Pfarrhaus über den Fall. Vor sich – wie seit vielen Jahren – die neue Kiste mit den nächsten Krimis.

Doch diesmal ist die Begeisterung des Reverend getrübt.

‚Really, Pendrill. Somehow … dear me … I feel that I never want to read another crime story as long as I live. I seem to have lost my zest for a good mystery. It’s strange how contact with reality kills one’s appreciation of the imaginary. No, my dear fellow, I’ll never get back my enthusiasm for thrillers. I’ve decided to devote my energies for worthier problems.‘ (S. 285)

Alles in allem kann ich mich der Einschätzung von Martin Edwards nur anschließen:

Bude’s aims were not as lofty as Sayer’s; his focus was on producing light entertainment, and although his work does not rank with Sayers’s for literary style or with Agatha Christie’s for complexity of plot, it certainly does not deserve the neglect into which it has fallen. (S. 9)

 

 

 

Autor: buchpost

- mein buchregal: schon lange ein gegengewicht zu beruf und engstirnigkeit - ziele: horizont weiten, mich vergnügen und das wichtige behalten

2 Kommentare zu „John Bude: The Cornish Coast Murder (1935)“

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