Richard Hull: The Murder of my Aunt (1934)

Edward Powell, ein empathieloses Ekel, beschließt, Tante Mildred umzubringen, mit der er auf dem Lande, irgendwo in Wales, lebt. Er hasst das Landleben zwar wie die Pest, doch solange er bei ihr wohnt, muss er zumindest nicht für seinen Lebensunterhalt arbeiten. Nach Tante Mildreds Tod winken Geld und Unabhängigkeit. So jedenfalls stellt er sich das vor. Doch das Unterfangen erweist sich als schwieriger als gedacht.

Das Besondere: Der Snob Edward ist gleichzeitig der Ich-Erzähler, der uns seine Version der Geschichte präsentiert. Den Leser schaudert’s, da für Edward alles so einfach ist, er als der Mittelpunkt der Welt, dem sich alles und alle anderen unterzuordnen haben. Am Ende fragt man sich tatsächlich, inwieweit eine völlig verquere Erziehung zu dieser Entwicklung beigetragen haben könnte.

Außerdem formuliert Hull hier so klasse auf den Punkt, dass der boshaft-spöttische Ton keineswegs nur der Unterhaltung dient; am Ende hatte ich den Eindruck, eine veritable und glaubwürdige Charakterstudie gelesen zu haben.

As I look back at what I have written in order to relieve my mind of what I feel of this awful place, I see I spoke of ’sodden woods‘. That was the right adjective. Never, never does it stop raining here, except in the winter when it snows. They say that is why we grow such wonderful trees here which provided the oaks from which Rodney’s and Nelson’s fleet were built. Well, no one makes ships out of wood nowadays, so that is no longer useful, and it seems to me that one tree is much like another. I’d rather see less rain, less trees and more men and women. ‚Oh, Solitude, where are the charms?‘ Exactly so. (S. 17)

C73C9B81-1E01-4192-A97E-E1F47ABDD1DF

 

Autor: buchpost

- lesen: schon lange ein gegengewicht zu beruf und engstirnigkeit - blog : inhalt meines buchregals - ziele: horizont weiten, mich vergnügen und das wichtige behalten

2 Kommentare zu „Richard Hull: The Murder of my Aunt (1934)“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s