Fundstück von Eva Sternheim-Peters

Was wäre gewesen, wenn die katholischen Geistlichen, die Ordensschwestern und Ordensbrüder, an denen es in Paderborn, weiß Gott, nicht mangelt, sich 1941 einen Judenstern an die Soutane, das Ordenshabit, die Schwesterntracht gesteckt hätten? Wenn in allen Kirchen offen und unverhüllt für die Juden gebetet und gegen ihren Abtransport gepredigt worden wäre – nicht von Einzelnen, sondern von allen […]? Man hätte die katholischen Sternträger nicht alle verhaften können, ohne das Risiko eines Volksaufstandes in Paderborn einzugehen.

aus: Eva Sternheim-Peters: Habe ich denn allein gejubelt? Europa Verlag, Berlin 2015, S. 423

Autor: buchpost

- mein buchregal: schon lange ein gegengewicht zu beruf und engstirnigkeit - ziele: horizont weiten, mich vergnügen und das wichtige behalten

3 Kommentare zu „Fundstück von Eva Sternheim-Peters“

  1. Wohl wahr. Leider hat die Kirche sich während des Nationalsozialismus nicht gerade mit Ruhm bekleckert; im Gegenteil, sie hat sich für die nationalsozialistische Sache einspannen lassen.

    1. Ja, in großen Teilen war das traurigerweise der Fall, allerdings sollten wir auch die nicht vergessen, die gerade aufgrund ihres Glaubens nicht mitgelaufen sind und das dann oft genug mit ihrem Leben bezahlt haben. Kirche ist eben immer auch das, was Menschen aus ihr machen.

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