Rückblick aufs Lesejahr 2021

Auch dieses Jahr möchte ich einen Blick auf das vergangene Lese- und Blogjahr sowie auf gute Vorsätze werfen, bevor ich mir dann die immerneue Frage stelle, was ich als nächstes aus dem Regal ziehe.

Ich traue mich kaum, das so hinzuschreiben, weil es dann real wird; ich möchte erst einmal keine weiteren Bücher kaufen. Das ist kein Kokettieren mit meiner Buchkauflust, sondern der Einsicht geschuldet, dass ich mich inzwischen immer wieder selbst überrasche mit dem, was ich so alles in den Regalen finde, und ich außerdem ca. 180 Jahre alt werden müsste, um hier alles wegzulesen. Und irgendwann ist der Platz dann auch in der schönsten Hütte wirklich mal knapp. (Mein Mann meint, ich solle aber wenigstens ehrlicherweise erwähnen, dass ich mich deshalb im Dezember noch mal kräftig eingedeckt habe. Pffffht.)

Aber noch etwas anderes treibt mich um: Dies wird mein 10. Rückblick. Inzwischen hat sich doch einiges in der BloggerInnenlandschaft verändert. Einige neue tolle Blogs wie Kulturbowle sind dazu gekommen; andere haben sich zurückgezogen oder sind zu anderen Kanälen abgewandert. Ein großes Stück Leichtigkeit und Feinheit ist der Bloggerszene seit dem Tod von Petra Gust-Kazakos verloren gegangen. 

Dann wieder sinniere ich darüber, dass ich in der Zeit, die ich für einen Artikel benötige, genauso gut das nächste Buch hätte beginnen können. Überhaupt, die Zeit… Dem ein oder andern sind meine Beiträge zu lang, dem anderen enthalten sie vielleicht zu viele englische Zitate. Inzwischen stelle ich mir also ab und an die Sinnfrage. Wir werden sehen…

Doch nun zum eigentlichen Rückblick auf meine Bücher-Highlights des Jahres 2021.

Wiedergelesen habe ich dieses Jahr leider nur ein Buch, das hätte ich mir anders gewünscht

Folgende Krimis fand ich prima bis großartig

Wichtiges und knackiges Sachbuch zur Geschichte

  • Martin Pollack: Kaiser von Amerika – Die große Flucht aus Galizien, Deutscher Taschenbuch Verlag München, 2013

Freundliche Bücher

Seit letztem Jahr gibt es bei mir die Kategorie der freundlichen Bücher, also Bücher, die Menschenzugewandtheit ausstrahlen, was bitte nicht mit Sentimentalität oder Plattheit gleichzusetzen ist:

Romane, die mir außerdem im Gedächtnis bleiben

Und dann entwickelte sich – gar nicht groß geplant – eine kleine Reihe zu dem Schwerpunkt „Frauen und Literatur“

In dieser „Frauen und Literatur “-Reihe hat mich die Biografie von Paula Byrne zu Barbara Pym am meisten beeindruckt und mich daran erinnert, dass ich unbedingt mehr von Pym lesen möchte.

Zu diesem Themenkreis finden sich auf meinem Blog noch die folgenden Biografien und Autobiografien

Allen LeserInnen an dieser Stelle ein kräftiges Dankeschön für eure Besuche und Kommentare und auch für die (leider) unzähligen tollen, verführerischen Tipps und Anregungen auf euren eigenen Blogs, denen ich oft leider kein bisschen widerstehen konnte. Siehe oben, Stichwort gute Vorsätze. 

Kommt alle wohlbehalten ins neue Jahr, das euch reich beschenken möge, und habt immer ein gutes Buch anbei.

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Autor: buchpost

- mein buchregal: schon lange ein gegengewicht zu beruf und engstirnigkeit - ziele: horizont weiten, mich vergnügen und das wichtige behalten

14 Kommentare zu „Rückblick aufs Lesejahr 2021“

  1. Bücher lese ich kaum außer ganz wenigen. Das Foto aber ist so strahlend und schön…, so daß ich diesen Beitrag nun auch bei mir angezeigt habe. Die schöne Erinnerung an Petra hat mich auch berührt.

    1. So sind die Menschen verschieden. Ich lese, wann immer möglich. Schön, dass du dich dann trotzdem hin und wieder hier auf einem Literaturblog umschaust. LG Anna

  2. Liebe Anna! Vielen herzlichen Dank für dieses Lob und das Verlinken – ich freue mich sehr über dieses Lob einer erfahrenen Bloggerin. Natürlich hoffe ich, dass Du auch trotz des selbst auferlegten Buchkaufverbots, noch weiterhin bei mir zum Stöbern vorbeischaust. 😉 Ich lese Deine „buchpost“ immer sehr gerne und so manche schöne Empfehlung ist auf meiner Bücherwunschliste gelandet (die stetig länger wird) und auch wenn meine gehamsterten Buchvorräte wohl für viele Jahre reichen, gebe ich doch immer wieder gerne einer Verlockung nach. Für interessierte, neugierige und offene Menschen ist die Zeit zu lesen immer zu kurz und die Vielfalt und das Angebot faszinierend. Gerade weil ich selbst nicht alles lesen kann, was ich gerne möchte, finde ich es immer interessant in anderen Blogs über Bücher zu lesen, die ich selbst nicht schaffen werde und doch einen ehrlichen und fundierten Eindruck davon zu bekommen.
    Daher hoffe ich sehr, dass Du die Sinnfrage bezüglich Deines Blogs so beantworten wirst, dass wir weiter in den Genuss Deiner feinen Buchauswahl und -besprechungen kommen werden. 🙂
    Herzliche Grüße, einen guten Rutsch und ein gesundes, glückliches und gutes neues Jahr 2022! Barbara

    1. Ha, selbstverständlich werde ich weiterhin bei dir und einigen anderen schauen, was ihr lest und für gut befindet. Es gibt ja auch die Wunschliste, auf die ich dann eure Titel packen kann, denn die Hoffnung, dass ihr mir zuliebe jetzt ein Jahr lang nur Bücher zu Häkeln für Männer, Jodeln für Frauen mittleren Alters, die neuesten Technologien aus der Raumfahrt, Buddelschiffe, Käfer und Spinnen oder blutgetränkte Vampirthriller vorstellt, ist vermutlich unrealistisch :-).
      Vielleicht finde ich auch sinnvolle Abnehmer für meine aussortierten Bücher, das gäbe ebenfalls wieder Platz… So ganz mag ich sowieso (noch) nicht aufs Bloggen verzichten, da es mir ja selbst eine hilfreiche Erinnerungsstütze ist und mich zwingt, wenigstens noch einmal kurz innezuhalten und zu überlegen, was ich nun an dem Buch besonders mochte (oder eben auch nicht).
      Liebe Barbara, auch dir einen guten Rutsch, weiterhin viel Freude an unserem gemeinsamen Hobby und ein glückliches, frohes neues Jahr!
      Anna

  3. Ich verstehe dich gut -ich frage mich auch ab und an, wozu ich das mache – die Resonanz ist doch klein irgendwie. Aber ja, es gibt doch immer wieder schöne Reaktionen und ja, ich schreibe auch sehr gerne. Vielleicht wäre es aber anders, wenn ich keine Regelmässigkeit suchte, um nicht noch weniger Resonanz zu erhalten…

    Danke aber für deinen schönen Rückblick. Und ja, den Gedanken, keine neuen Bücher zu kaufen, habe ich auch ab und zu. Aber immer wieder kommen auch neue Projekte und Interessen.

    Liebe Grüsse und einen schönen Start im neuen Jahr.

    1. Hallo Sandra,
      die Überschaubarkeit der Resonanz liegt manchmal sicherlich auch an dem reichhaltigen Angebot. So viele Blogs, die sich die begrenzte Aufmerksamkeit teilen. Und dann doch wieder die Momente, für die es sich wieder lohnt. Reaktionen, Kommentare oder einfach die Freude am eigenen Tun.
      Dass dem Vorsatz, keine neuen Bücher zu kaufen, sehr gern etwas dazwischenkommt, kenne ich sehr gut. Aber mal schauen, wie das sich so anlässt. Ich werde berichten.
      Auch dir lieben Gruß und einen schönen Beginn des neuen Jahres. Anna

  4. Vielen Dank für die Liste. Zum Glück kann man heute sehr bequem Leseproben erheischen, um zu sehen, wo man hängen bleibt. Das mit den Büchermassen verstehe ich. Ich bin dazu übergegangen, viel auf dem Kindle zu lesen, und wenn’s mir gefallen, nochmal das Buch zum Greifen zu kaufen. Es staut sich in der ganzen Wohnung an allen Ecken und Kanten, und ich habe exakt dasselbe mal getan, nämlich berechnet, wie viele Bücher ich noch lesen könnte (alle Zahlen und so weiter im Durchschnitt). Mir ist übel geworden, und zum Glück habe ich die Zahlen wieder vergessen. Ich bin ja der Meinung, je mehr Bücher auf meinem Schreibtisch stehen, desto mehr lese ich auch, aber wer weiß – vielleicht ist das eine vorgeschützte Illusion der Sammelwut. Walter Benjamin schreibt in seinen Thesen für den Schriftsteller: „Pedantisches Beharren bei gewissen Papieren, Federn, Tinten ist von Nutzen. Nicht Luxus, aber Fülle dieser Utensilien ist unerlässlich.“ Ich denke, auch bei Büchern ist Fülle unerlässlich. Viele Grüße!

    1. Vielen Dank für deinen schönen Kommentar. So ganz genau berechnet hab ich das nicht mit der Lebenszeit und den bereits vorhandenen Büchern, aber ich vermute, ich würde mindestens in Ohnmacht fallen 🙂 Ich würde das mit der unerlässlichen Fülle sogar unterschreiben, dummerweise steht die schon hier, deswegen bin ich selbst gespannt, wie ich mit meinem Vorsatz zurechtkomme.
      Kindle ist für mich bei Krimiserien gut denkbar, ansonsten mag ich nicht zwei Systeme mischen. Muss in meinem Alter dann doch meist das „Buch“ sein.
      Dir einen schönen Silvesterabend und einen guten Rutsch und natürlich immer Bücher in Hülle und Fülle. LG Anna

  5. Liebe Anna,
    ich wünsche dir auch ein gutes und friedliches und gesundes neues Jahr. Mit viel Zeit zum Lesen und Blog-Artikel schreiben (ja, das musst du unbedingt weiterhin tun und zwar genau in deinem Stil: lang und mit vielen englischen Zitaten!). Und Bücher kaufen. Das muss doch sein, es ist etwas Gutes für die Seele. Mich hat ja auch noch eine andere „Sucht“ gepackt, ich kaufe auch hemmungslos Wolle. (Dafür rauche und trinke ich ja auch nicht :-).) Andere sammeln Eisenbahnen oder Oldtimer, da können es bei uns doch auch die Bücher sein.
    Und natürlich habe ich kein einziges Buch gelesen, dass dir so gut in Erinnerung ist, das es auf deiner Bestenliste 2021 landet. Was haben wir doch für unterschiedliche Lesevorlieben. Aber das macht ja gerade das Feine am Bloggen und am Blog-Lesen aus, dass wir uns so nämlich Unterschiedlichkeit erlesen können. Also bitte weiter machen. Z.B. mit „Sörensen hat Angst“, den ich zumindest als Fernsehfilm sehr gerne gesehen habe.
    Liebe Grüße, Claudia

    1. Liebe Claudia,
      ich freue mich besonders über deine Nachricht. Auch dir nur die besten Wünsche für das neue Jahr und einfach alles, was dir guttut. Bücher und Wolle inclusive. Ich denke öfter mal an dich.
      Meinen Blogstil kann ich vermutlich eh nicht ändern. Seufz. Das bewundere ich immer an anderen, wenn sie Bücher ansprechend und auf den Punkt vorstellen können, ohne dabei den Leser/die Leserin schon allein mit der Länge des Beitrags sanft in den Schlummer zu begleiten.
      Bücherkaufen ist schon eine sehr schöne Sache. Aber die Platzfrage ist ja auch nicht zu vernachlässigen. 🙂
      Die unterschiedlichen Lesevorlieben machen es ja auch spannend, zumal ich da nie so strukturiert wie du vorgehe. Ich komme da gern von Hölzchen auf Stöckchen.
      Damals war die Verfilmung des (ersten) Sörensen-Krimis leider an mir vorbeigegangen. Hab ich aber – dank Mediathek – nachgeholt. Kongenial verfilmt. Habe inzwischen die drei bisher erschienenen Bände quasi inhaliert. Und vermutlich viel zu schnell gelesen, als dass ich jetzt da sinnvoll zu schreiben kann. Aber die lese ich noch mal, auch wenn ich die Auflösung jetzt kenne.
      Einen Blogbeitrag wären die allemal wert.
      Liebe Grüße bis zum Wiederlesen!
      Anna

  6. Liebe Anna,
    ich lese Deinen Blog sehr gerne und würde Dich vermissen, aber es ist natürlich wichtig, daß Du Deinem Herzen folgst. Im Endeffekt glaube ich, daß wir unsere Blogbeiträge hauptsächlich für uns selbst verfassen und am meisten von ihnen profitieren, und so lange wir das Gefühl haben, das es auf irgendeiner Ebene gut für uns ist zu bloggen, werden wir es wohl weitermachen.
    Ich wünsche Dir, daß Deine Lese- und Lebenserfahrungen auch 2022 bedeutend sein werden.
    Herzlichst,
    Tanja

    1. Hallo Tanja,
      danke für deine netten Worte. Du hast sicherlich recht, zunächst einmal sollte das Bloggen einem selbst Freude bereiten und sinnvoll sein; alles andere führt letztendlich nur zur Unzufriedenheit. Ich werde einfach mal schauen, wohin die Reise geht.
      Liebe Grüße
      Anna

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