Fundstück von Christina Hardyment

Christina Hardyment war schon einmal mit ihrem Buch Heidi’s Alp Thema hier auf buchpost. Und nun schmökere mich gerade durch ihr Buch Behind the Scenes – Domestic Arrangements in Historic Houses, in dem sie mit ansteckender Begeisterung und Neugier den architektonischen und haushälterischen Gegebenheiten in Landhäusern der britischen Oberklasse nachforscht.

Auf Seite 23 bin ich auf einen Absatz gestoßen, den ich äußerst denkwürdig finde:

According to Robert Kerr, author of the influential The Gentleman‘s House (1864), ‚Every servant, every occupation, every utensil, every fixture should have a right place and no right place but one.‘ Perhaps the ultimate in specialisation was reached at the Scottish House of Kinmel, where one room was set aside entirely for ironing newspapers.

Christina Hardyment: Behind the Scenes – Domestic Arrangements in Historic Houses, The National Trust 1997, S, 23

Eine gute Ergänzung aus der Perspektive einer „kitchen maid“ bietet das Buch Below Stairs (1968) von Margaret Powell.

Autor: buchpost

- mein buchregal: schon lange ein gegengewicht zu beruf und engstirnigkeit - ziele: horizont weiten, mich vergnügen und das wichtige behalten

6 Kommentare zu „Fundstück von Christina Hardyment“

  1. Endlich weiß ich warum ich immer das Gefühl habe unserer Wohnung fehlt noch was – das Bügelzimmer für meine Zeitung! Jetzt muss das sofort her 🙂 Liebe Grüße, Sabine

    1. Hallo Sabine,
      ich will deine Begeisterung nicht vorzeitig dämpfen, aber leider fehlen eurer und unserer Wohnung wohl auch noch weitere Räume, zum Beispiel das Geschirrzimmer, das Zimmer für die Putzmittel, das Lampenzimmer, das Zimmer zum Reinigen und Abbürsten der Dienstkleidung der Bediensteten, der Weinkeller, das Messerzimmer, der Raum zum Anrichten der Speisen, das Esszimmer, der Raum zum Zubereiten von Eingemachten, Süßigkeiten und Seife, die Speisekammer mit den Vorräten und natürlich das Wäschezimmer, und dann würden immer noch die Räumlichkeiten für Butler und Housekeeper fehlen. Die restlichen Dienstboten tummeln sich dann irgendwo unter dem Dachboden bzw. schlafen gleich irgendwo in den Gängen, damit sie es nicht so weit haben, falls die Herrschaften nach ihnen verlangen. Aber du hast natürlich recht, ein Bügelzimmer für die Zeitung wäre immerhin schon mal ein Anfang 🙂 Liebe Grüße, Anna

      1. Oh oh – immerhin habe ich ein paar Flaschen Wein im Keller, also der ist abgehakt – am Rest arbeite ich noch 😉

  2. Ich habe laut losgeprustet, mit dieser Pointe habe ich einfach nicht gerechnet. Wunderbar! Es ist zu Zeiten der Smartphones noch lustiger. Ich sehe ja kaum noch Zeitung lesende Menschen in den ÖPNV.

    1. Das freut mich sehr, wenn dich das Zitat zum Lachen gebracht hat. Habe gestern noch irgendwo einen Zeitungsartikel gelesen, dass es diesen Service wohl immer noch in einigen Nobelhotels gibt, damit die Herrschaften sich nicht mit Druckerschwärze beflecken. Aber du hast natürlich recht, im Zeitalter des Internets dürfte auch dieser Service irgendwann überflüssig sein. LG Anna

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