Schaufensterbummel 25

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Ausstellung „Buchwelten“ in Bad Homburg

Wer nicht zu weit entfernt wohnt, hat vielleicht Lust, noch bis zum 4. Februar die Ausstellung Buchwelten im Museum Sinclair-Haus in Bad Homburg zu besuchen.

Hier gibt es:

  • Informationen zu der aktuellen Ausstellung Buchwelten,
  • eine reich illustrierte Zusammenstellung von Hintergrundinformationen zu Ausstellungsobjekten und Ideen für die eigene oder schulische kreative Annäherung an das Thema Buch,
  • einen Bericht in der Neuen Frankfurter Presse,
  • die Homepage der verantwortlichen Stiftung Nantesbuch,  deren Gründerin und Schirmherrin die Unternehmerin Susanne Klatten ist.

Besonders angesprochen hat  mich die Fotografie Library (2007) der Künstlerin Lori Nix, die ihre Dioramen in monatelanger Arbeit zusammen mit ihrer Partnerin herstellt, um sie anschließend zu fotografieren.

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Lesejahr 2016

Auch dieses Jahr möchte ich mich an den Fragen entlanghangeln, die ursprünglich Katrin von Buchsaiten ins Spiel gebracht hatte, um das Lesejahr abzuschließen. Einige Fragen habe ich dezent dazugemoggelt.

1. Von welchem Buch habe ich mir zunächst gar nicht so viel versprochen?

Das war Winifred Watsons wunderbares Buch Miss Pettigrew lives for a day (1938), das viel mehr als nur die erwartete leichte Unterhaltung bot.

2. Welches war das optisch ansprechendste Buch?

Das ist einfach: Stefan Zweig: Buchmendel/Die Unsichtbare Sammlung (2016) aus dem Topalian & Milani Verlag.

3. Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Eine Neu-Entdeckung ist für mich jede Autorin, jeder Autor, deren/dessen Buch mir so gut gefallen hat, dass ich mich auf weitere Bücher einlassen würde. Das waren in diesem Jahr unter anderem Autoren, die mich aus meiner eher angelsächsisch geprägten Lesewelt herausgeführt haben:

4. Gab es Entdeckungen im Krimi-Bereich?

Unbedingt, ich bin inzwischen süchtig nach den Abenteuern von Mary Russell, der Ehefrau von Sherlock Holmes, von Laurie R. King.

5. Gab es eine Gattung, die sich 2016 überraschend häufig auf dem Blog tummelte?

Mir war gar nicht aufgefallen, dass ich doch mehrere Autobiografien/Biografien gelesen habe.

Und dazu die schönste Autobiografie überhaupt, nämlich die von Agatha Christie.

6. Welche Bücher haben den tiefsten Eindruck hinterlassen?

Das waren zum einen sicherlich die Brautbriefe Zelle 92 von Dietrich Bonhoeffer und Maria von Wedemeyer.

Und auf ganz andere Art und Weise die Reiseerinnerungen von Oss Kröher: Das Morgenland ist weit.

7. Welches Buch wollt ihr unbedingt 2017 lesen und warum?

Von Kai habe ich vor Jahren den schönen Begriff “sprunghafter Lustleser” gelernt; also, ich weiß noch nicht einmal, was ich nächste Woche lesen werde, geschweige denn nächstes Jahr.

Aber der Vorsatz, meine Buchkaufgeschwindigkeit massiv zu drosseln und den SUB abzubauen,  wird immer dringlicher. Die Statik des Hauses verlangt nach drastischen Maßnahmen, da Anbaumaßnahmen zur Zeit nicht geplant sind.

8. Welche Bücher hast du 2016 wiedergelesen? 

Sollte man viel öfter machen, Bücher wiederzulesen. Klassiker lesen.

9.  Welche Bücher wären spurlos an dir vorbei gegangen, wenn nicht andere BloggerInnen dich darauf aufmerksam gemacht hätten?

Über diese Frage breiten wir einen besonders großen Mantel des Schweigens.

10. Mit welcher Lektüre beschließt du das Lesejahr 2016?

Fast beendet habe ich Der Himmel meines Großvaters von Stefan Hertmans. Ein beeindruckendes Buch, ursprünglich 2013 erschienen und von Ira Wilhelm aus dem Niederländischen übersetzt. Hier spürt der Autor der Lebensgeschichte seines Großvaters, dem Helden seiner Kindheit, anhand von Erinnerungen, Familienerzählungen und den vom Großvater selbst hinterlassenen Aufzeichnungen nach.

Wir folgen dem Leben eines einfachen Mannes, das in ärmlichen Verhältnissen begann, der Vater war Kirchenmaler, doch nie war genug Geld zum Sattessen da. Der Dreizehnjährige tritt seine erste Arbeitsstelle in einer Eisengießerei an. Eine grausame Maloche, bei der es zu Szenen kommt, die so fürchterlich sind, dass sie sich dem Leser auf die Netzhaut brennen. Schließlich der Wunsch des Jungen, beruflich in die Fußstapfen des Vaters zu treten und ebenfalls Maler zu werden. Und so wird die Malerei zu einem Trost und zu einer Leidenschaft, der er bis ins hohe Alter nachgehen wird.

Anschließend erlebt der junge Mann in den belgischen Schützengräben die Grausamkeiten und den geballten Irrsinn des Ersten Weltkrieges. Eine Liebesgeschichte deutet sich an und dann der dritte Teil, in dem die restlichen Jahrzehnte – für meinen Geschmack viel zu stark gerafft – gebündelt werden.

Das Ganze wird mit der Gegenwart verschränkt, der Spurensuche des Enkels, mit Betrachtungen zu den Bildern des Großvaters, Reflexionen über das Vergessen, das Erinnern und das unerbittliche Hinwegschreiten der Zeit über die Orte, die in einem Leben einstmals eine wichtige Rolle gespielt haben, doch heute nur noch Schnellstraßen, Wohnblocks oder Brachland sind.

In drei Worten: leise, bewegend und erhellend.

Siehe dazu auch den Beitrag von Volkmar Mühleis auf der Seite des Deutschlandfunk.

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Eulen in der Politik

Eine Eule – ist sie nicht schön? Für viele ein Symbol der Weisheit. Nun, ein bisschen mehr davon im momentanen politischen Diskurs wäre wünschenswert.

Und so gibt es heute ausnahmsweise mal ganz andere Empfehlungen als sonst:

Johannes Kuhn schrieb für die Süddeutsche Zeitung den Artikel Trump und der Traum vom weißen Amerika.

Und es war auch die Süddeutsche, die mich an das Theaterstück Die Nashörner von Eugène Ionesco erinnerte.

Auch ein Wiederlesen von Der Flüchtling. Eine Episode am Genfer See von Stefan Zweig könnte nicht schaden.

Außerdem kann man den Artikel The Paranoid Style in American Politics von Richard Hofstadter lesen. Erstmal 1964 erschienen.

Passend dazu der Wälzer Dark Money von Jane Mayer über die Machenschaften der amerikanischen Koch-Brüder und ihrer Spießgesellen. Vorgestellt in der New York Times.

Über die Frage, was Big Data, die Likes auf Facebook und eine britische Firma namens Cambridge Analytica mit Trump zu tun haben, gibt es einen lesenswerten Artikel im Schweizer  Magazin.

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Tagebuch Ende der Siebziger

Beim Aufräumen fiel mir mein erstes Tagebuch in die Hände. Das ist nicht unbedingt immer erquicklich zu lesen, was ich so als Zwölf- und Dreizehnjährige des Aufschreibens für wert befunden habe. Besonders ins Grübeln gekommen bin ich bei folgendem Eintrag:

Bin zur Klassensprecherin gewählt worden. Scheußlich. Die Schule ist schrecklich. Das Wetter ist schön.

Heute bin ich Lehrerin, habe den ganzen Samstag mit Korrekturen verbracht und das Wetter ist scheußlich. Was will mir das sagen? Will mir das etwas sagen?

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Bücherstapel

  • Bücher die ich vor mir herschiebe weil sie zeit und mühe kosten werden
  • Bücher die mich zum lachen bringen
  • Bücher die ich unbedingt noch lesen möchte
  • Bücher zwischen denen ich mich nicht entscheiden kann
  • Bücher so eher für zwischendurch
  • Bücher die momente enthalten die ich nicht vergessen werde
  • Bücher die mich pieksen und zwacken und nicht unverändert lassen
  • Bücher die mir besondere menschen empfohlen haben
  • Bücher die auf blumenhockern zu instabilen türmen mutieren
  • Bücher die die fensterbänke und das sofa besetzen
  • Bücher mit denen ich mich nur ablenken und narkotisieren möchte
  • Bücher die gedanken enthalten die nicht besser formuliert werden könnten
  • Bücher die mir zugelaufen sind keine ahnung warum wo und wieso
  • Bücher die ich nur nach langer suche wiederfinde
  • Bücher die meinen blick dauerhaft verändern
  • Bücher die sätze aus vollkommener schönheit enthalten
  • Bücher die wie ein fernglas oder dann wieder wie eine lupe wirken
  • Bücher die ich grundsätzlich pfleglich behandle
  • Bücher die mich treffen weil sie etwas zeigen das nicht verhandelbar ist
  • Bücher die ich ab sofort bewusster auswählen möchte
  • Bücher die ich wie zufällig gefunden lesen möchte
  • Bücher die mich überraschen weil ich nicht mehr wusste dass sie hier stehen
  • Bücher die ich mal aussortieren könnte
  • Bücher die nur mein mann liest
  • Bücher die nur ich lese
  • Bücher für die ich gar nicht die zeit habe die es bräuchte
  • Bücher bei denen ich nicht nein sagen konnte
  • Bücher über schwarze über juden über kinder und widerstandskämpfer
  • Bücher über indianer hobbits islamisten frauen und künstler
  • Bücher über irrende suchende reisende und liebende
  • Bücher über länder in die ich niemals reisen werde
  • Bücher die letztlich die landkarte meines innen zeigen
  • Bücher für jede seelische groß- und kleinwetterlage
  • Bücher falls wir mal drei monate eingeschneit sein sollten
  • Bücher die sich allmählich jeglichem ordnungssystem entziehen
  • Bücher ein teil meines horizonts
  • Als eine möglichkeit welt zu erfahren

Ein Dankeschön an normalverteilt für die Anregung.