Sam Selvon: The Lonely Londoners (1956)

Einundsechzig Jahre hat es gedauert, bis nun endlich The Lonely Londoners – der britische Klassiker um Immigranten in London, erschienen 1956 – ins Deutsche übersetzt wurde.  Das englische Original von nur 139 Seiten beginnt mit den Worten:

One grim winter evening, when it had a kind of unrealness about London, with a fog sleeping restlessly over the city and the lights showing in the blur as if is not London at all but some strange place on another planet, Moses Aloetta hop on a number 46 bus at the corner of Chepstow Road and Westbourne Grove to go to Waterloo to meet a fellar who was coming from Trinidad on the boat-train.

Selvon (1923 – 1994) verarbeitet darin eigene Erfahrungen, auch er wanderte in den 1950er Jahren aus Trinidad nach Großbritannien ein, als es für die Einwohner der ehemaligen Kolonien des Empire noch keine Einwanderungsbeschränkungen gab.

Zusammengehalten wird das Werk durch die Figur des Moses Aleotta, ebenfalls aus Trinidad, der schon seit zehn Jahren in London lebt und sich als widerwillig-hilfsbereiter Genosse zeigt, wenn es darum geht, den immer zahlreicher werdenden Neuankömmlingen mit Informationen zur Seite zu stehen. So begleitet er auch Henry, den er am Bahnhof abgeholt hat, zum Ministry of Labour.

It ain’t have no place in the world that exactly like a place where a lot of men get together to look for work and draw money from the Welfare State while they ain’t working. Is a kind of place where hate and disgust and avarice and malice and sympathy and sorrow and pity all mix up. Is a place where everyone is your enemy and your friend. (S. 27)

Jeden Sonntagmorgen treffen sich in Moses‘ kleinem schäbigen Zimmer – zu mehr hat er es in all den Jahren nicht gebracht – seine Freunde und Bekannten und tauschen Neuigkeiten über Arbeit, Zimmersuche, Frauen und die Heimat aus.

Moses ist auch derjenige, der sich keinen Illusionen mehr hingibt, er weiß um den Rassismus, der ihnen unvermutet überall entgegenspringen kann, auch wenn er sich höflicher tarnt als der in Amerika. Er weiß, welche Probleme es gibt, wenn ein Einwanderer ein weißes Mädchen heiraten will: Entweder wird er vom Vater des Mädchens aus dem Haus geworfen oder, wenn das Mädchen standhaft ist, werden die Kinder des Paares später als Darkies beschimpft.

Moses ist ein interessanter Charakter, der seine Situation in ihrer Widersprüchlichkeit reflektiert, z. B. wenn er versucht, sich darüber Rechenschaft zu geben, warum er nie zurückgegangen ist, obwohl sich die Träume auf Wohlstand und Anerkennung nicht erfüllt haben.

‚Sometimes I look back on all the years I spend in Brit’n,‘ Moses say, ‚and I surprise that so many years gone by. Looking at things in general life really hard for the boys in London. This is a lonely miserable city, if it was that we didn’t get together now and then to talk about things back home, we would suffer like hell. Here is not like home where you have friends all about. … (S. 126)

Er fungiert gleichsam als Klammer für viele andere Geschichten und Schicksale, von denen er hört, die er miterlebt und kommentiert. Dabei nimmt er geradezu stoisch zur Kenntnis, dass einzelne kiffende Faulpelze und Sozialleistungen-Schnorrer die Vorurteile gegenüber allen Farbigen befördern und dass harte Arbeit kein Garant fürs Vorwärtskommen ist.

Oft genug ist Moses die Stimme der Vernunft, doch er hat sich damit abgefunden, dass kaum jemand auf ihn hört. Und Henry Oliver, den er am Bahnhof abholen soll, wird von ihm nur „Galahad“ genannt, weil der sich weigert, die Dinge so nüchtern-abgeklärt wie Moses zu sehen.

Things does have a way of fixing themselves, whether you worry or not. If you hustle, it will happen, if you don’t hustle, it will still happen. Everybody living to dead, no matter what they doing while they living, in the end everybody dead. (S. 52)

Wir erfahren nicht nur von Lewis, der seine Frau so lange verprügelt, bis sie ihn verlässt, sondern auch von der hinreißenden Tanty, die zu stolz ist, zuzugeben, wie viel Angst ihr U-Bahn und Busfahren machen. Wir erfahren von Einwanderern, die so hungrig sind, dass sie eine Taube im Park fangen und dann als Monster beschimpft werden.

Und fast unbemerkt von der Öffentlichkeit eröffnen Einwanderer die ersten Geschäfte, z. B. mit bestimmten Lebensmitteln, und tragen so zu einer bunteren britischen Gesellschaft bei. Das liest sich unglaublich spannend, so als säße jemand bei uns im Zimmer und würde uns erzählen, wie das damals war, auch wenn zwischenzeitlich mal der rote Faden ein bisschen verloren geht und man von einer Episode zur nächsten hüpft.

The Lonely Londoners handelt aber nicht nur von Tristesse, Armut und Problemen, es ist auch eine Liebeserklärung an London, eine Stadt, die auf viele Einwanderer wie ein Zauber, ein Versprechen wirkt, dem sie sich selbst nach Jahren nicht entziehen können. Irgendwann wird die Fremde quasi notgedrungen zur – wenn auch nicht unbedingt geliebten – Heimat.

The changing of the seasons, the cold slicing winds, the falling leaves, sunlight on green grass, snow on the land, London particular. Oh what it is and where it is and why it is, no one knows, but to have said: ‚I walked on Waterloo Bridge,‘ ‚I rendezvoused at Charing Cross,‘ ‚Piccadilly Circus is my playground,‘ to say these things, to have lived these things, to have lived in the great city of London, centre of the world. […] Why is it, that although they grumble about it all the time, curse the people, curse the government, say all kind of thing about this and that, why is it, that in the end, everyone cagey about saying outright that if the chance come they will go back to them green islands in the sun? (S. 133 – 134)

Und das Buch zeigt eine unbändige Lebensfreude, der kleinste Anlass wird genutzt, um zu feiern, zu trinken, zu tanzen, sich schöne Anzüge schneidern zu lassen, hübsche Frauen abzuschleppen, sich wie verrückt auf den Sommer zu freuen, wenn man wieder in die Parks geht und sich mit seiner Freundin verabredet, zu einer Party, einem Theater- oder Kinobesuch. Doch manchmal schimmert hinter all den Vergnügungen auch die Verzweiflung auf, nicht wirklich zur englischen Gesellschaft zu gehören.

Am Ende öffnet der Autor in den Überlegungen Moses das Buch sogar auf eine ganz andere Dimension hin:

Under the kiff-kaff laughter, behind the ballad and the episode, the what-happening, the summer-is-hearts, he could see a great aimlessness, a great restless, swaying movement that leaving you standing in the same spot. (S. 139)

Zur literaturgeschichtlichen Bedeutung und Sprache des Romans

Das Buch ist in zweierlei Hinsicht etwas Besonderes:

Its publication marked the first literary work focusing on poor, working-class blacks in the beat writer tradition following the enactment of the British Nationality Act 1948. (Wikipedia)

Zum anderen hat Selvon hier eine Sprache gefunden, die seinen Protagonisten entspricht: ein Dialekt, der den Redegewohnheiten der Einwanderer abgelauscht ist und damit authentisch und ganz lebendig klingt. Selvon hat dazu in einem Interview Folgendes gesagt:

When I wrote the novel that became The Lonely Londoners, I tried to recapture a certain quality in West Indian everyday life. I had in store a number of wonderful anecdotes and could put them into focus, but I had difficulty starting the novel in straight English. The people I wanted to describe were entertaining people indeed, but I could not really move. At that stage, I had written the narrative in English and most of the dialogues in dialect. Then I started both narrative and dialogue in dialect and the novel just shot along. (Michel Fabre, „Samuel Selvon: Interviews and Conversations“, in Susheila Nasta, ed., Critical Perspectives on Sam Selvon, Washington, Three Continents Press, 1988; p. 66, zitiert nach der englischen Wikipedia)

Für den deutschen Leser erschließen sich unbekannte Ausdrücke aber fast immer durch den Kontext. Allerdings gibt es auch eine Stelle, da geht ein Satz über mehrere (!) Seiten, und zwar ohne ein einziges Komma. Das ist beim Lesen schon reichlich mühsam, fängt aber möglicherweise das Gefühl des traumartigen, ungeordneten und manchmal haltlosen Lebens ganz gut ein.

Das Buch ist nun über 60 Jahre alt und doch zeitlos, denn für Einwanderer, Flüchtlinge und Asylsuchende gilt – egal wo – sicherlich noch immer:

When Moses did arrive fresh in London, he look around for a place where he wouldn’t have to spend much money, where he could get plenty food, and where he could meet the boys and coast a old talk to pass the time away – for this city powerfully lonely when you on your own. (S. 29)

Wer ein paar kurze Informationen zum geschichtlichen Hintergrund sucht, wird hier fündig und hier geht’s lang zu einer treffenden Rezension von Helon Habila aus dem Guardian vom 17. März 2007. Die Folgebände heißen Moses Ascending (1975) und Moses Migrating (1983).

Besprechungen der deutschen Ausgabe gibt es bei:

Und hier noch ein Gespräch mit der Übersetzerin Miriam Mandelkow.

Ungelöst bleibt allerdings noch die Frage, wie und warum aus den „lonely Londoners“ des Originaltitels plötzlich die harmlosen oder nichtsnutzigen „Taugenichtse“ wurden …

Anne Brontë: Agnes Grey (1847)

All true histories contain instruction; though, in some, the treasure may be hard to find, and, when found, so trivial in quantity, that the dry, shrivelled kernel scarcely compensates for the trouble of cracking the nut. Whether this be the case with my history or not, I am hardly competent to judge. I sometimes think it might prove useful to some, and entertaining to others; but the world may judge for itself. Shielded by my own obscurity, and by the lapse of years, and a few fictitious names, I do not fear to venture; and will candidly lay before the public what I would not disclose to the most intimate friend.

So beginnt der erste Roman der 1820 geborenen „kleinen Schwester“ von Charlotte und Emily:

Anne Brontë: Agnes Grey (1847); ins Deutsche übersetzt von Michaela Meßner

Zum Inhalt

Die achtzehnjährige Pfarrerstochter Agnes möchte Gouvernante werden. Zum einen hofft sie, dadurch ihre Familie finanziell zu unterstützen, die durch Spekulationen ihres Vaters beträchtliche Verluste erlitten hat, und zum anderen zieht es sie in die Welt, von der sie endlich etwas sehen und kennenlernen möchte.

Wirklich vorbereitet auf eine solche Aufgabe ist sie allerdings nicht. Sie und ihre Schwester Mary sind in ländlicher Abgeschiedenheit von der gebildeten Mutter und ihrem Vater unterrichtet worden, haben nie eine Schule von innen gesehen und keinen nennenswerten Kontakt zur Außenwelt, wenn man von einigen Verwandtenbesuchen im Jahr einmal absieht. Agnes selbst sieht das – vermutlich im Rückblick – ganz nüchtern:

I, being the younger by five or six years, was always regarded as the child, and the pet of the family: father, mother, and sister all combined to spoil me – not by foolish indulgence to render me fractious and ungovernable, but by ceaseless kindness to make me too helpless and dependent – too unfit for buffeting with the cares and turmoils of life.

Doch allen Unkenrufen der Familie und aller Unerfahrenheit zum Trotz freut sie sich auf die Arbeit als Gouvernante und malt sich diese in den schönsten Farben aus.

Whatever others said, I felt I was fully competent to the task: the clear remembrance of my own thoughts in early childhood would be a surer guide than the instructions of the most mature adviser. I had but to turn from my little pupils to myself at their age, and I should know, at once, how to win their confidence and affections: how to waken the contrition of the erring;  how to embolden the timid, and console the afflicted; how to make Virtue practicable, Instruction desirable, and Religion lovely and comprehensible.

Und so kommt, was kommen muss. Ihre erste Stelle bei der wohlhabenden Kaufmannsfamilie Bloomfield ist eine herbe Enttäuschung. Ihre Schützlinge, der siebenjährige Tom und die fast sechsjährige Mary Ann, sind verwöhnt und denken gar nicht daran, den Aufforderungen der neuen Gouvernante Folge zu leisten, zumal Agnes in der Hierarchie des Haushalts noch unter den Kindern steht. Statt der Gouvernante haben die Kinder das Sagen und es gibt wenig, was Agnes dem entgegenzusetzen hat. Sie nimmt es hin und ärgert sich nur im Stillen, wenn die Kinder sie herumkommandieren und sie weder Sanktions- noch Belohnungsmöglichkeiten hat.

Vergeblich bemüht sie sich, Tom seine Tierquälereien zu verbieten und ihm das Verwerfliche seines Tuns zu verdeutlichen, doch da der Junge nur dem Vorbild von Vater und Onkel folgt, die seine Grausamkeiten noch belächeln, hat Agnes natürlich keine Aussicht auf Erfolg. Selbst vor Handgreiflichkeiten gegenüber Agnes schreckt der kräftige Junge nicht zurück.

Agnes zeigt in den engen ihr gesteckten Grenzen Geduld, Konsequenz und feste Prinzipien, doch auf nennenswerte Fortschritte bei ihren Erziehungsbemühungen hofft sie vergeblich:

But either the children were so incorrigible, the parents so unreasonable, or myself so mistaken in my views, or so unable to carry them out, that my best intentions and strenuous efforts seemed productive of no better result than sport to the children, dissatisfaction to their parents, and torment to myself.

In Momenten, in denen Agnes so aufs Äußerste gereizt und provoziert wird, verliert sie die Beherrschung, und der dann eskalierende Machtkampf ist geradezu alptraumhaft.

Sometimes, exasperated to the utmost pitch, I would shake her violently by the shoulder, or pull her long hair, or put her in the corner; for which she punished me with loud, shrill, piercing screams, that went through my head like a knife. She knew I hated this, and when she had shrieked her utmost, would look into my face with an air of vindictive satisfaction, exclaiming – ‚Now, then! that’s for you!‘ And then shriek again and again, till I was forced to stop my ears.

Auch die vierjährige Fanny entpuppt sich als böse Überraschung:

I found her a mischievous, intractable little creature, given up to falsehood and deception, young as she was, and alarmingly fond of exercising her two favourite weapons of offence and defence; that of spitting in the faces of those who incurred her displeasure, and bellowing like a bull when her unreasonable desires were not gratified. As she, generally, was pretty quiet in her parents‘ presence, and they were impressed with the notion of her being a remarkably gentle child, her falsehoods were readily believed, and her loud uproars led them to suspect harsh and injudicious treatment on my part…

Agnes verliert die Freude an ihrem Tun, verbittert stellt sie fest, dass es kaum eine beklagenswertere Lage gebe als die ihre. Sie sieht genau, wo die Probleme liegen, darf dies jedoch nicht äußern, ohne ihre Stelle zu gefährden.

… my work – a more arduous task than any one can imagine, who has not felt something like the misery of being charged with the care and direction of a set of mischievous turbulent rebels, whom his utmost exertions cannot bind to their duty; while, at the same time, he is responsible for their conduct to a higher power, who exacts from him what cannot be achieved without the aid of the superior’s more potent authority: which, either from indolence, or the fear of becoming unpopular with the said rebellious gang, the latter refuses to give.

Dennoch lässt Agnes nicht ab von ihren Vorstellungen von Falsch und Richtig: Als sie Tom dabei erwischt, wie  er eine Handvoll Küken genüsslich zu Tode quälen will, überwindet sie sich und tötet die kleinen Vögel mit einem großen Stein. Anschließend wird sie von Mrs Bloomfield dafür gerügt, wie sie es habe wagen können, einem Kind ein harmloses Vergnügen zu verweigern.

Obwohl Agnes und ihre Arbeitgeber also offensichtlich nicht zusammenpassen, ist sie trotzdem verletzt, als man ihr kündigt. Sie empfindet es als Schmach, in ihren Bemühungen nicht anerkannt worden zu sein, und ist gekränkt, quasi als Gescheiterte nach Hause zurückzukehren. Dabei wird sie von ihrer Familie liebevoll empfangen und man möchte sie am liebsten gar nicht mehr fortlassen.

Aber ihre Hoffnungen, zum Unterhalt ihrer Familie beizutragen und mehr von der Welt zu sehen, sind ungebrochen und so tritt sie einige Monate später ihre zweite Stelle bei der Familie Murray auf Horton Lodge an, um dort die vier Kinder in Musik, Zeichnen, Französisch, Latein und Deutsch zu unterrichten. Ihre neue Wirkungsstätte ist 70 Meilen von ihrem Heimatdorf entfernt:

… a formidable distance to me, as I had never been above twenty miles from home in all the course of my twenty years‘ sojourn on earth; and as, moreover, every individual in that family and in the neighbourhood was utterly unknown to myself and all my acquaintances. But this rendered it only the more piquant to me.

Die dortige Begrüßung versetzt ihrem Optimismus allerdings sofort einen kräftigen Dämpfer. Von stundenlanger Kutschfahrt während eines Schneesturms völlig durchgefroren, bekommt sie gerade mal einen Tee und ein Butterbrot von gleichgültigen Bediensteten auf ihr kleines Zimmerchen gebracht. Anne Smith bestätigt das in ihrem Vorwort zu Agnes Grey und schreibt: „Governesses were seen as a life-form little higher than mice and birds.“

It was with a strange feeling of desolation, mingled with a strong sense of the novelty of my situation, and a joyless kind of curiosity concerning what was yet unknown, that I awoke the next morning; feeling like one whirled away by enchantment, and suddenly dropped from the clouds into a remote and unknown land, widely and completely isolated from all he had ever seen or known before; or like a thistle-seed borne on the wind to some strange nook of uncongenial soil, where it must lie long enough before it can take root and germinate, extracting nourishment from what appears so alien to its nature: if, indeed, it ever can.

In ihrer Position gehört sie weder zu den Hausbediensteten noch zur Schicht ihrer Arbeitgeber, sodass sie keine Gesprächspartner auf Augenhöhe hat. Kein Wunder, dass sie in dieser isolierten Lage besonders empfindlich auf die Gedankenlosigkeiten ihrer Arbeitgeberin reagiert, der ausschließlich das Wohlbefinden der Kinder am Herzen liegt. Diese haben mehr Freiheiten, als ihnen gut tut, und sie sind es auch, die den täglichen Unterrichtsbeginn festlegen, und nicht Agnes. Bissig beschreibt sie ihre Aufgaben in Bezug auf die zwei Töchter des Hauses, Rosalie (16) und Mathilda (13):

For the girls she (gemeint ist die Mutter) seemed anxious only to render them as superficially attractive and showily accomplished as they could possibly be made, without present trouble or discomfort to themselves; and I was to act accordingly – to study and strive to amuse and oblige, instruct, refine, and polish, with the least possible exertion on their part, and no exercise of authority on mine.

Diese oberflächliche Erziehung hat ganz handfeste Konsequenzen, den Mädchen fehlt jegliches Gespür für Takt, Anstand und Integrität. Was Agnes beispielsweise sehr unangenehm berührt, ist der Snobismus der Mädchen, nicht nur ihr, sondern auch den armen Dorfbewohnern und Tagelöhnern gegenüber. Rosalie und Mathilda

… chiefly owing to their defective education, comported themselves towards their inferiors in a manner that was highly disagreeable for me to witness. They never, in thought, exchanged places with them; and, consequently, had no consideration for their feelings, regarding them as an order of beings, entirely different from themselves. They would watch the poor creatures at their meals, making uncivil remarks about their food, and their manner of eating; they would laugh at their simple notions and provincial expressions, till some of them scarcely durst venture to speak…

Im Laufe der Monate wird die Situation der jungen Hauslehrerin angenehmer, da die beiden Jungen in ein Internat geschickt werden, und die Mädchen Agnes zwar immer noch seltsam finden, dennoch kann sich eine mehr oder weniger ehrliche, fast schon ironische Beziehung zwischen Schülerinnen und Lehrerin entwickeln.

Als die flirt- und vergnügungssüchtigen Rosalie verkündet, erst dann heiraten zu wollen, wenn sie sämtliche Männerherzen gebrochen habe und die Gefahr bestehe, eine alte Jungfer zu werden, rät Agnes ihr ganz trocken, unbedingt ledig zu bleiben, solange sie solch unmoralischen Ansichten in Bezug auf die Ehe hege:

Well, as long as you entertain these views, keep single by all means, and never marry at all: not even to escape the infamy of old-maidenhood.

Doch dann beginnt ein weiterer Handlungsstrang. Agnes begleitet die Familie zu ihren sonntäglichen Gottesdiensten und sie stellt fest, dass der neue Vikar Mr Weston so ganz anders predigt als der kalte und eitle Pfarrer Mr Hatfield. Agnes beurteilt Mr Weston nach seinen Grundsätzen, nach seinem Glauben und nach der Frage, wie sich dieser Glaube im Umgang mit den Armen und Angefochtenen seiner Gemeinde manifestiert. Agnes gesteht sich ein, erste zarte Hoffnungen zu hegen. Und von fern fühlte ich mich an Austen erinnert: Über welche Eigenschaften muss das Individuum verfügen, um voraussichtlich eine glückliche Ehe führen zu können?

Fazit

Auf der einen Seite krankt der Roman an einer z. T. nervtötenden Schwarz-Weiß-Malerei fast aller Charaktere. Agnes‘ moralischer Kompass geht nie fehl; das Einzige, was sie selbstkritisch anmerkt, ist, dass sie sich bei ihren Arbeitgebern nie beschwert hat, wenn ihr etwas missfiel. Ihre Schüler sind immer moralisch unterentwickelt und deren Eltern legen – was die Erziehung ihrer Kinder angeht – grundsätzlich ein unverantwortliches Handeln an den Tag. Mr Weston hingegen ist immer den Menschen zugewandt und höchstens ein bisschen abrupt.

Außerdem trat das Buch in der ersten Hälfte – was die Handlung betraf – auf der Stelle. Die vielen Szenen aus Agnes‘ Alltag, in denen sie ihre Schützlinge und deren gedankenlose Eltern kritisiert, ähneln einander bis zur Ermüdung:

… she (gemeint ist Rosalie) had never been perfectly taught the distinction between right and wrong; she had like her brothers and sisters, been suffered, from infancy, to tyrannize over nurses, governesses, and servants; she had not been taught to moderate her desires, to control her temper or bridle her will, or to sacrifice her own pleasure for the good of others.

Der moralisch-kompromisslose Anspruch der Ich-Erzählerin mag auf manchen sogar sauertöpfisch wirken. Deshalb verleitet der Roman den Leser vielleicht dazu, ihn ein wenig voreilig für gar zu leicht zu befinden und ihn zur Seite zu legen.

Wer allerdings aufmerksam liest, entdeckt immer wieder Stellen, an denen sich der Roman über sein übriges Niveau erhebt. Der Kontrast zwischen Mr Hatfield, einem literarischen Nachfahren von Austens Mr Elton, und Mr Weston bringt beispielsweise zeitlose Kirchenkritik „in a nutshell“.  Und wie rasch ist eine Passage überlesen wie die, in der Agnes erzählt, dass nach dem Gottesdienst buchstäblich niemand mit ihr spricht und der eitle Pfarrer Mr Hatfield ihr sogar beinahe die Kutschtür vor der Nase zuschlägt, weil er sie gar nicht wahrnimmt. Agnes sagt selbst:

… I was lonely. Never, from month to month, from year to year, except during my brief intervals of rest at home, did I see one creature to whom I could open my heart, or freely speak my thoughts with any hope of sympathy, or even comprehension…

Vor allem aber war ich fasziniert von der Kompromisslosigkeit dieser Hauslehrerin. Agnes ist sicherlich einseitig, oft steif und unflexibel, ungerecht und anscheinend nicht in der Lage, die Sympathie ihrer Arbeitgeber zu erringen. Aber die Kritik an der Erziehungspraxis ihrer Arbeitgeber ist so wuchtig und voller Empörung, dass hier zweifellos auch die Verbitterung und die Erfahrungen aus Anne Brontës eigener sechsjähriger Gouvernantentätigkeit verarbeitet wurden. Auch andere autobiografische Details lassen sich im Roman wiederfinden.

Die unappetitlichen Schilderungen verzogener und verrrohter Kinder wurden von Brontës Zeitgenossen eher ungnädig aufgenommen. So genau wollte man das gar nicht wissen. Kinder sollten, zumindest in der Literatur, wohlerzogene, unschuldige Wesen sein. Und nicht alle Eltern dürften angesichts der Erziehungskritik, die ihnen hier vorgehalten wurde, glücklich gewesen sein, wie z. B. als Mrs Murray Agnes Hinweise gibt:

how I should prepare and smooth the path of learning till Rosalie could glide along it without the least exertion to herself: which I could not, for nothing can be taught to any purpose without some little exertion of the part of the learner.

Anmerkung

Auch Annes Schwestern Emily und Charlotte arbeiteten als Gouvernanten oder Lehrerinnen und waren dabei genauso unglücklich wie Anne. Hier ein Tagebucheintrag von Charlotte von 1836, während sie als Lehrerin in Roe Head arbeitete:

Heute verbrachte ich den ganzen Tag wie in einem Traum, mal himmelhoch jauchzend, mal zu Tode betrübt […] Fast eine Stunde habe ich mich abgerackert, um Miss Lister, Miss Marriott und Ellen Cook den Unterschied zwischen einem Artikel und einem Substantiv beizubringen. Und dann war die Grammatikstunde zu Ende, und im Klassenzimmer herrschte Totenstille, und ich saß da und versank vor Verärgerung und Erschöpfung in eine Art Lethargie. Mußte ich denn die besten Jahre meines Lebens mit dieser jämmerlichen Sklavenarbeit zubringen, ständig gewaltsam meinen Zorn unterdrücken, angesichts solcher Faulheit und Interesselosigkeit und der von Tag zu Tag sich steigernden Blödheit dieser schafsköpfigen, lümmelhaften Esel, und dies mit der geheuchelten Miene der freundlichen, geduldigen und beflissenen Lehrerin? Mußte ich denn wirklich Tag für Tag an diesen Stuhl gekettet hier drinnen hocken, eingekerkert zwischen diesen vier kahlen Wänden, während draußen die Sommersonne aufs herrlichste vom Himmel herabbrennt und die prachtvollste Zeit des Jahres vorübergeht? Von solchen Überlegungen ins Mark getroffen, stand ich auf und ging mechanisch zum Fenster hinüber. Ein wunderschöner Augustmorgen grüßte von draußen herein … Hätte ich die Zeit gehabt, diesen Augenblick in seiner inspirierenden Ausstrahlung auszukosten, wäre daraus sicherlich eine der besten Erzählungen geworden, die ich jemals geschrieben habe. Aber just in dem Moment kommt so ein Schafskopf mit den Hausaufgaben daher. (zitiert nach Muriel Spark: In sturmzerzauster Welt: Die Brontës, Diogenes 2003, S.16/17)

Im Original klingt das so:

All this day I have been in a dream, half miserable, half ecstatic, miserable because I could not follow it out uninterruptedly, ecstatic because it showed almost in the vivid light of reality the ongoings of the infernal world (gemeint ist Angria). I had been toiling for nearly an hour with Miss Lister, Miss Marriott, and Ellen Cook, striving to teach them the distinction between an article and a substantive. The parsing lesson was completed: a dead silence had succeeded it in the schoolroom, and I sat sinking from irritation and weariness into a kind of  lethargy. The thought came over me: Am I to spend all the best part of my life in this wretched bondage, forcibly suppressing my rage at the idleness, the apathy, and the hyperbolical and most asinine stupidity of these fat-headed oafs, and of compulsion assuming an air of kindness, patience and assiduity? Must I from day to day sit chained to this chair, prisoned within these four bare walls, while these glorious summer suns are burning in heaven and the year is revolving in its richest glow, and declaring, at the close of every summer day, the time I am losing will never come again? Stung to the heart with this reflection, I started up and mechanically walked to the window. A sweet August morning was smiling without. The dew was not yet dried off the field, the early shadows were stretching cool and dim from the hay-stacks and the roots of the grand old oaks and thorns scattered along the sunk fence […] If I had had time to indulge it I felt that the vague suggestions of that moment would have settled down into some narrative better at least than anything I ever produced before. But just then a dolt came up with a lesson. I thought I should have vomited.

Elisabeth Rynell: Schneeland (OA 1997; deutsche Ausgabe 2000)

Zuerst eine Erinnerung. Wir wohnten schon viele Jahre in Lappland. In einer kleinen Mulde in der Landschaft, die Wald und Berge offen gelassen hatten. Da warst du, da war ich, und dazu unsere Kinder. Sie waren klein damals.

So beginnt der Roman der schwedischen Lyrikerin und Autorin

Elisabeth Rynell: Schneeland (1997); im Original: Hohaj, ins Deutsche übersetzt von Verena Reichel

Zum Inhalt

Kapitelweise abwechselnd tauchen wir ein in zwei Geschichten. Da ist zum einen eine junge Mutter, die mitten in der Nacht einen Anruf vom Bezirkskrankenhaus bekommt. Nach einer scheinbar planmäßig verlaufenen Operation ist ihr Mann wenige Stunden später gestorben.

Auf einmal stand ich also auf einer endlosen Ebene aus Stille, in vollkommenem Schweigen. Die Stimme, die sagte: … und er starb um zweiundzwanzig Uhr und … Da gefror die Welt. Doch nur für einen Moment. Dann begann sie knackend und berstend in rasender Geschwindigkeit rückwärts zu taumeln, und alles wurde aus seiner Verankerung gerissen und hart ins Rückwärts gedreht, in den Schmerz hinein. Es zerriss, jeder Faden, jede Faser zerriss unter unbezwinglichen, wahnwitzigen Kräften. Rückwärts, rückwärts, gegen den Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn. (S. 13)

In den weiteren ihr gewidmeten Kapiteln denkt sie über die Geschichte ihrer Beziehung nach und das Wesen der Trauer. Zunächst reißt sie sich, sicherlich auch der Kinder wegen, zusammen:

Ich war stark. Ich war wahnsinnig stark. Doch die Stärke hatte nichts mit mir zu tun. Sie war nicht ich, sie war purer Wille: ein Tier, das ich in mir beherbergte. […] Nichts schwächt einen Menschen so sehr wie seine Stärke. Zum Schluss war ich so stark, dass ich einer ausgesogenen Schale glich. Einer verknöcherten Hülle für den Willen. (S. 52)

Doch die Verzweiflung sitzt zu tief: Irgendwann begibt sie sich – anscheinend ohne Proviant oder Ausrüstung – auf eine Art Pilgerschaft in die Weite der lappländischen Wälder.

Die Berge sind streng. Auf diese Weise gleichen sie der Vergebung. Von wo man sich ihnen auch nähert, sie bleiben stets genauso fern. Und nah. Zuweilen versinken sie vor einem, verschwinden ohne Erklärung. Dann türmen sie sich wieder vor einem auf, größer als je zuvor. Sie kommen nicht, wenn man sie ruft. Sie erhören kein Gebet. Sie sind auf andere Art. Ich bei dabei zu lernen. Nicht rufen, bitten, flehen. Nur still auf Antwort warten. Die Hoffnungslosigkeit betreten, als würde sie tragen. Wunder sind so still. Wie dünnes, dünnes Eis. (S. 30)

Die zweite Geschichte, die irgendwann die erste berührt, spielt ca. 50 Jahre früher, ebenfalls in Lappland. Aron, ein schweigsamer Mann, ist auf der Flucht, man weiß lange nicht, ob vor sich oder vor anderen. Er steht eines Abends hungrig und halb erfroren mit seinem großen Hund auf dem Hof von Helga und Salomon. Die nehmen ihn auf und akzeptieren ihn so, wie er ist. Er hilft bei der Arbeit und später wird er sogar von der Dorfgemeinschaft beauftragt, die Pferde des Ortes auf den Sommerweiden zu hüten. Dabei lernt er dann Inna kennen.

Inna, das erfahren wir schon früh, ist Halbwaise und lebt mit ihrem brutalen Klotz von Vater allein auf einem einsam gelegenen Hof, der von allen gemieden wird. Nach dem Tod ihrer Mutter hat sie all deren Pflichten zu erfüllen, nicht nur in Stall und Küche, sondern auch im Bett. Sie wird geschlagen und regelmäßig von ihrem Vater vergewaltigt.

Diese zwei versehrten Menschen, Inna und Aron, verlieben sich ineinander, ohne viele Worte, aber mit existenzieller Wucht.

Fazit

Mit diesen knapp über 200 Seiten habe ich mich schwergetan. Sie waren eine Mischung tiefer Trauer, poetischen und klugen Sätzen und einer scheußlich melodramatischen Handlungsführung.

Das Buch hat mich von der Stimmung her stark an Per Pettersons Sehnsucht nach Sibirien erinnert.

Rynell legt hier so etwas wie eine Versuchsanordnung über die Liebe vor, die ja immer an die Grenzen unserer Sterblichkeit rührt. Dass eine so tief verletzte Frau wie Inna mal eben die Liebe entdeckt, fand ich unglaubwürdig, die Verschränkung der zwei Geschichten war gekünstelt und das Ende sollte wohl dafür sorgen, dass wir nicht glauben, einen kitschigen Liebesroman vor uns zu haben. Aber, und es ist ein großes Aber:

Manche der Sätze waren weise, wunderschön und ganz offensichtlich selbst durchlitten. Man hörte noch in der Übersetzung die Lyrikerin, und diese Sätze würde ich am liebsten seitenweise zitieren. Sie stammen allesamt aus der Geschichte der jungen Witwe.

Lasset die Kindlein zu mir kommen, hat Jesus doch gesagt. Ich glaube, es ist wegen ihrer Fähigkeit, sich lieben zu lassen, dass den Kindern das Himmelreich gehört. Liebe empfangen zu können, wie man Regen empfängt, der auf einen fällt; sich erlauben, nass zu werden, obwohl man den Hahn nicht selbst geöffnet hat. (S. 210)

Auch der Schmerz braucht eine Heimstatt. Einen Ort, der nur ihm gehört, mit Gesichtern und Häusern, die erkennbar sind. Es muss Plätze für den Schmerz geben, Räume, Schneisen, lange Straßen. Leid ist eine Spur, die einen mitzieht, man muss ihr folgen, weiterkommen: Brücken über Gewässer, Steg über Moore, Wege im Weglosen. Fast wie eine Witterung ist diese Spur. Man muss ihr mit seinem ganzen Wesen folgen, konzentriert, aufmerksam. Nicht wegschleichen, nicht abweichen. Vielfältig sind die Gerüche. Wie wilde Sehnsucht oder wie hauchdünnes, hart gespanntes gräuliches Licht. Oft geht es bergab, hoffnungslos bergab, und das Leid ist verschlungen und sammelt sich in schwarzen Knoten. Aber das kann sich jederzeit ändern, es kann sich wie eine Sturmbö drehen, in einem Rausch. […] Fehlt dem Schmerz ein eigener Ort, ist er überall. Dann verwandelt er sich in einen Luftgeist, und es besteht die Gefahr, dass er aufquillt und über alle Grenzen wuchert. all die verschiedenen Schichten und Muster, aus denen er besteht, vermengen sich und werden ein und dasselbe. Und dasselbe ist ohne Farbe, dasselbe hat keine Schattierungen, keine Merkmale, keine Unterscheidungszeichen. Es ist ein Land, in dem man sich verirrt. (S. 229)

Das Buch wurde 2004 von Hans J. Geißendörfer verfilmt.

Jane Austen: Emma (1815)

Emma Woodhouse, handsome, clever, and rich, with a comfortable home and happy disposition, seemed to unite some of the best blessings of existence, and had lived nearly twenty-one years in the world with very little to distress or vex her.

So beginnt einer der bekanntesten Romane der englischen Literaturgeschichte

Jane Austen: Emma (1815)

Zum Inhalt

Mit der für Austen typischen spitzen Zunge wird uns die Hauptperson gleich zu Beginn als eine junge Frau vorgestellt, die von zwei Gefahren bedroht sei:

The real evils indeed of Emma’s situation were the power of having rather too much her own way, and a disposition to think a little too well of herself; these were the disadvantages which threatened alloy to her many enjoyments. (S. 2 der schönen, in dunkelgrünem Leinen gebundenen Ausgabe der Everyman’s Library)

Emma, eine attraktive junge Frau, von ihrem verwitweten und wohlhabenden Vater verwöhnt, von einer intelligenten, aber vermutlich zu nachgiebigen Gouvernante erzogen, findet es selbstverständlich, bewundert zu werden und stets ihren Willen zu bekommen. In dünkelhafter Überheblichkeit weiß sie genau, was für alle anderen richtig ist. Sie macht nun die Bekanntschaft der 17-jährigen Harriet.

Harriet ist – ein enormer Makel in der damaligen Gesellschaft – unehelich geboren und niemand weiß, wer ihre Eltern sind. Sie ist ein wenig naiv und ihre Schulbildung und ihr Intellekt lassen zu wünschen übrig. Doch sie ist gutherzig, bescheiden und von Herzen dankbar für die Aufmerksamkeit, mit der sie von Emma bedacht wird.

Für Emma ist sonnenklar, dass ihre junge Freundin von einem „gentleman“ abstamme und viel zu gut für den jungen Farmer Robert Martin ist, zu dem sich Harriet hingezogen fühlt. Emma nimmt kein Blatt vor den Mund:

It would be a degradation. (S. 60)

Emma hat keine Skrupel, ihren Einfluss auf Harriet geltend zu machen, und erreicht tatsächlich, dass Harriet den Heiratsantrag Martins ablehnt und sich allmählich Hoffnungen auf den gesellschaftlich höher stehenden Pfarrer Mr. Elton macht. Und so nehmen die Verwicklungen ihren Lauf.

Emma muss dabei erkennen, dass sie – die sich so viel auf ihre Menschenkenntnis eingebildet hatte – nahezu alle ihre Freunde missverstanden und Motive und Verhaltensweisen falsch gedeutet hat. Und besonders Harriet ist die Leidtragende dieser Selbstüberschätzung und der daraus resultierenden Ratschläge.

With insufferable vanity had she believed herself in the secret of everybody’s feelings; with unpardonable arrogance proposed to arrange everybody’s destiny. She was proved to have been universally mistaken; and she had not quite done nothing – for she had done mischief. (S. 423)

Emma durchläuft einen charakterlichen Bildungsprozess, an deren Ende auch sie reif genug ist, zu erkennen, wer der richtige Partner für sie sein wird. Bei der damaligen Rolle der Frau war eine Eheschließung sicherlich von ganz anderer Bedeutung als heute, auch wenn Emma als wohlhabende Erbin unter keinem existenziellem Druck stand, unbedingt heiraten zu müssen.

Fazit: Unbedingt lesenswert

Austen wäre allerdings nicht Austen, wenn wir hier „nur“ einen gut konstruierten Liebesroman mit diversen Verwicklungen und Happy End-Garantie vor uns hätten.

Die Autorin ist eine Meisterin der Figurenzeichnung. Zwei Seiten genügen und man hat den Eindruck, mit den Figuren im selben Raum zu sitzen. Jede der Personen hat ihre eigene unverwechselbare Stimme. Man denke nur an die freundliche, aber einfältig-geschwätzige Miss Bates oder die snobistisch-plumpe Mrs Hawkins. Austens Dialoge, die wie mit einem Rekorder aufgezeichnet wirken, veranschaulichen nicht nur die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, sondern helfen dem Leser die Distanz von 200 Jahren nahezu mühelos zu überspringen.

Austen ist darüber hinaus auch die erste englischsprachige Autorin, die das Mittel der erlebten Rede unglaublich effektvoll einzusetzen verstand. Man hört ihren Protagonistinnen förmlich beim Denken zu.

Außerdem ist Austens Blick auf die menschliche Natur klar, unbestechlich und von manchmal beißender Ironie, auch wenn die grundlegenden Werte der damaligen Gesellschaft, wie die ungleiche Besitzverteilung, im Wesentlichen nicht in Frage gestellt werden. Als sich herausstellt, dass Harriets Vater „nur“ ein Kaufmann ist, muss Emma sich eingestehen:

The stain of illegitimacy, unbleached by nobility or wealth, would have been a stain indeed. (S. 493)

Die „Moral“, dass nur intellektuell ebenbürtige Partner eine glückliche Ehe führen können, war damals sicherlich noch alles andere als eine Selbstverständlichkeit.

Und in einem Punkt finde ich Austen nicht nur zeitlos, sondern hochmodern: Ihre Protagonisten plädieren für so etwas wie „elegance of mind“, einen taktvollen, höflichen Umgangston, der von Respekt geprägt ist und sich jeder Distanzlosigkeit verweigert.  Man spielt sich nicht auf und vermeidet alles Prahlen und Protzen. Man stellt einen anderen nicht bloß und macht sich nicht lustig über die, die weniger Geld oder weniger Geist haben. Und da wo es möglich ist, bietet man nachbarschaftliche Hilfe an und unterstützt die Armen, ohne sie zu beschämen.

Anmerkungen

Wer möchte, kann sich hier den Roman vorlesen lassen.

Und DruckSchrift hat gerade auf die passende Sekundärliteratur hingewiesen: die Biografie von Christian Grawe mit dem hübschen Titel Darling Jane. Damit stünde dann schon mal ein Titel meiner Sommerferienlektüre fest.

Eine weitere Besprechung findet man bei den Wortumdrehungen.

Markus Werner: Am Hang (2004)

Alles dreht sich. Und alles dreht sich um ihn. Verrückterweise bin ich sogar versucht mir einzubilden, er schleiche in diesem Augenblick ums Haus – mit oder ohne Dolch. Dabei ist er ja abgereist, heißt es, und ich höre nur Grillen und aus der Ferne nächtliches Hundegebell. Da fährt man über Pfingsten ins Tessin, um sich in Ruhe zu vertiefen in die Geschichte des Scheidungsrechts, und dann kommt einem dieser Unbekannte in die Quere, dieser Loos, und bringt es fertig, mich so aufzuwühlen, daß alle Sammlung hin ist.

So beginnt der Roman des Schweizer Schriftstellers

Markus Werner: Am Hang (2004)

Zum Inhalt

Der 35-jährige, ledige Scheidungsanwalt Clarin will im Tessin ein Arbeitswochenende einlegen. Dabei lernt er auf der Ausflugsterrasse eines Hotels einen älteren Mann kennen. Die beiden kommen während des Essens ins Gespräch, finden sich nicht unsympathisch, trinken und reden, auch über immer persönlichere Themen, und sie beschließen, das Gespräch am nächsten Abend fortzusetzen.

Und so besteht das Buch über weite Strecken aus der Wiedergabe dieser Gespräche, die sich allmählich zu einem Duell der Lebensanschauungen ausweiten.

Clarin ist ein eher oberflächlicher – man könne auch sagen – beziehungsunfähiger Zeitgenosse, der nicht an Liebe glaubt, die Ehe für eine Unmöglichkeit hält und alle Freundinnen abserviert, sobald diese anfangen zu „klammern“ oder beginnen, sich eine gemeinsame Zukunft auszumalen.

Er rühmt sich seiner Freiheit und muss doch erstaunlich oft an Valerie denken, der er vor einem Jahr den Laufpass gegeben hatte, und zwar hier im Tessin, aus keinem anderen Grund als dem, dass sie ihm lästig wurde mit ihren Versuchen, all seinen Wünschen zu entsprechen.

Loos hingegen sagt über seine zwölf Jahre dauernde Ehe mit Bettina:

Mir ist sie Heimat gewesen. (S. 14)

Seit einem Jahr sei er Witwer und eigentlich habe er den Verlust noch nicht verwunden. Etwas, das Clarin gar nicht nachvollziehen kann.

Daneben werden viele andere Themen gestreift, doch die Frage nach der „richtigen“ Definition von Paarbeziehung durchzieht das ganze Buch. Loos ist derjenige, der gegen den Zeitgeist aufbegehrt, ob er sich in gerade angesagten „Dreiviertelleggings mit Raubkatzendruck“, dem Handy, dem hippen Singlesein äußert oder in der Orientierungslosigkeit der vielen, die nicht mehr wissen, welche Werte denn nun für ihr Leben gelten sollen.

Wer soll noch wittern, was vorgeht, wenn die Jungen vor lauter fahriger Betriebsamkeit, das heißt vor Apathie verblöden und die Alten vor lauter Nachsicht? (S. 26)

In dem Moment, wo eine Tendenz sich durchsetzt, mag sie auch noch so irre Züge tragen, ist sie auch schon im Recht. Was viele tun und billigen, kann gar nicht falsch sein: das ist die Logik, nicht wahr, die Logik des Blödsinns, die jeden Kritiker für blöd erklärt, nicht wahr, ich verliere den Faden. (S. 29)

Wissen Sie, was ich mir dann und wann ausmale, wenn ich auf meinem Sofa liege? Die Welt nach dem planetarischen Stromausfall! Und alle Aggregate am Ende, die Akkus leer, die Batterien ausgelaufen – das globale Gerassel verstummt. Stillstand und aschgraue Monitore. Belämmerte Menschen, getrennt von den Geräten, mit denen sie verwachsen waren, herausgerissen aus ihrer viereckigen Schattenwelt und geblendet vom Glanz der anderen. Hören Sie überhaupt zu? (S. 41)

Loos ermuntert Clarin, auch etwas von sich preiszugeben, und so wird Clarins egozentrische Sicht, mit der er sich alle Fragen nach Verantwortung oder den Folgen seines Tuns bisher vom Leibe gehalten hat, immer offensichtlicher.

Für Clarin – und vielleicht auch für Loos – endet die Begegnung äußert verstörend, und um wieder Klarheit zu gewinnen, schreibt Clarin die Geschichte auf:

Nun gut und so oder so, ich werde diesen Mann nicht los, indem ich mir befehle, nicht mehr an ihn zu denken. So würde er sich nur noch breiter machen und mein Bewußtsein noch irritierender verengen. Ich kenne das Phänomen, seit mich Andrea, es ist fünfzehn Jahre her und ich war zwanzig, wie einen Schirm hat stehenlassen. Inzwischen weiß ich eigentlich, wie man den Mechanismus unterläuft und wie mit einem Durcheinander von verfilzten Fäden methodisch zu verfahren wäre. Den Anfang suchen. Den Knäuel sorgsam entknoten, entwirren. Das Garn abwickeln, ohne Hast, und zugleich ordentlich und straff aufwickeln auf eine Spule. (S. 6 der Taschenbuchausgabe)

Doch ich bezweifle, dass Clarin lernfähig ist, Stille ist ihm höchstens als Ruhe zum Arbeiten angenehm, ansonsten flieht er sie:

Als mein Wein kam, nutzte ich die Gelegenheit, um mich dem Fremden erneut zu nähern – ich bin ein kontaktfreudiger Mensch und finde es unnatürlich, zu zweit an einem Tisch zu sitzen und zu schweigen-, ich hob mein Glas und sagte: Zum Wohl, mein Name ist Clarin. (S. 9-10)

Fazit

Irgendwann ging mir der Konjunktiv der wiedergegebenen Gespräche gehörig auf die Nerven.

Am Schluss kam zwar noch einmal kurzzeitig Spannung auf, aber genau dieses Ende warf logische Fragen auf, die mir den ganzen Roman als nicht stimmig und als zu konstruiert erscheinen ließen. Ein Problem ist sicherlich auch, dass der Leser Valerie und Bettina nur aus Sicht der Männer erlebt, dadurch sind die Frauenfiguren nicht vor männlichem Wunschgefasel gefeit und bleiben seltsam leblos.

Der 1944 geborene Schweizer Autor hatte mich mit Bis bald sehr für sich eingenommen, doch abgesehen von einigen Passagen, in denen er wieder eine wunderbar klare und präzise Sprache findet, dass es eine Freude ist, hat mich Am Hang unbetroffen und ein wenig gelangweilt zurückgelassen.

Mir war die Anlage des Romans zu statisch, zu konstruiert, zu gewollt.

In diesem Fall bietet der Wikipedia-Artikel zum Roman eine lesenswerte kleine Einführung in die Rezeption des Werkes.

Julia Strachey: Cheerful Weather for the Wedding (1932)

On March 5th Mrs Thatcham, a middle-class widow, married her eldest daughter, Dolly, who was twenty-three years old, to the Hon. Owen Bigham. He was eight years older than she was, and in the Diplomatic Service.

So beginnt die Erzählung der englischen Autorin

Julia Strachey: Cheerful Weather for the Wedding (1932)

Diese ersten beiden Sätze liefern bereits eine komplette Inhaltsangabe, die man vielleicht noch durch den Hinweis ergänzen könnte, dass sich die ganze Handlung im Hause der Thatchams abspielt. Dolly kleidet sich an, bleibt danach jedoch bis zur letzten Minute in ihrem Zimmer, während sich die wartenden Hochzeitsgäste gegenseitig auf die Nerven gehen.

Unter den Gästen befindet sich auch Joseph, Student der Anthropologie, und Dollys Liebhaber vom letzten Sommer, der halbherzig überlegt, sie doch noch von der Heirat abzubringen. Auch Dolly überlegt im Stillen, wie es wohl wäre, mit Joseph durchzubrennen. Doch als Joseph endlich versucht, sie unter vier Augen zu sprechen, ist ihre einzige Sorge der große Tintenfleck auf ihrem Brautkleid.

Ansonsten müssen wir uns die ganzen ca. 80 Seiten Familiengeplänkel der schlimmsten Sorte anhören, das die Beziehungslosigkeit aller Beteiligten auf Schönste veranschaulicht. Dolly erträgt – keiner weiß, warum – das Ganze nur, weil sie schon eine halbe Flasche Rum getrunken hat. Aber das wird anscheinend nur von Dollys Schwester und ihrer Freundin bemerkt. Mich hätte man dann ja zum Altar tragen müssen.

Nach der Trauung, die der Leser aber gar nicht miterlebt, gibt es noch einen kleinen Knalleffekt, als Joseph Mrs Thatcham ins Gesicht sagt, was er von ihr als Person und als Mutter hält. Doch kurze Zeit darauf hören wir, wie sie telefoniert und wieder von dem „cheerful weather“ redet, das wie geschaffen für eine Hochzeit gewesen sei. Ob sie eine Wahrnehmungsstörung hat?

Out in the drive there, standing about round the motor-car, in the furious March gale, everyone felt as though they were beaten on the back of the head and on the nose with heavy carpets, and having cold steel knives thrust up inside their nostrils, and when they opened their mouths to avoid the pain of this, big wads of iced cotton-wool seemed to be forced against the insides of their throats immediately, so that they choked, and could not draw any breath in.

Julia Strachey (1901 – 1979) war eine Nichte von Lytton-Strachey. Das war sicherlich hilfreich, um Eingang in den Kreis der Bloomsbury Group um Virginia Woolf zu finden. In deren Hogarth Press wurde ihr kleines Werk Cheerful Weather for the Wedding veröffentlicht.  2002 gab es eine Neuauflage bei Persephone Books.  2012 wurde das Buch sogar verfilmt.

Fazit

Die ersten zwei Sätze fassen bereits die ganze Handlung der Geschichte zusammen. Und mehr hätte ich – im Nachhinein – als Leserin auch nicht gebraucht.

Die Geschichte holpert so vor sich hin, und Fragen bleiben offen: Warum haben sich Dolly und Joseph getrennt? Warum will sie Owen eigentlich heiraten? Unerfreuliche Figuren und schreckliche Festtagsgespräche, die die Abgründe einer Familie offenlegen, sind noch nicht per se lesenswert. Und damit sind angeblich komische Szenen verflochten: Mrs Thatcham hat beispielsweise ein Zimmer an zwei Gäste vergeben, was dann zu ansatzweise peinlichen Szenen führt.  Mir ist, als müsste ich sofort einen Jane Austen-Roman lesen …

Aber wie so oft gibt es auch andere Meinungen dazu; in mehreren englischsprachigen Blogs, z. B. Stuck in a Book, werden gerade der zynische Humor des Werkes und die grotesk-überzeichneten Charaktere hervorgehoben.

Schmöker

Der Duden definiert Schmöker als die umgangssprachliche Bezeichnung für ein „dickeres, inhaltlich weniger anspruchsvolles Buch, das die Lesenden oft in besonderer Weise fesselt.“ Der Begriff stamme aus der Studentensprache: Man schmökte sein Pfeife und dazu riss man übermütig aus einem alten oder schlechten Buch Seiten heraus, um daraus seine Fidibusse zum Anzünden zu drehen (siehe auch den Artikel der GfdS).

Für mich ist der Begriff „Schmöker“ jedoch nicht negativ besetzt: Ein Schmöker muss spannend sein, uns eine kleine Alltagsflucht ermöglichen – deswegen spielt er vorzugsweise an geografisch von uns entfernten Orten und vielleicht auch in einer anderen Zeit. Außerdem muss er viele, viele Seiten haben. Das aktuelle Weltgeschehen bleibt mal einige Stunden außen vor. Man entspannt wie an einem gelungenen Kinoabend und ist gefesselt von der Geschichte, der vorwärts eilenden Handlung, man begleitet die Sympathieträger und will unbedingt wissen, wie es weitergeht. Und wenn das Buch zu Ende ist, hätte man gern noch weitergelesen anstatt sich wieder im Alltag einzufinden.

Dabei darf die Lektüre keinesfalls trivial, eindimensional oder verkitscht sein. Ich möchte mich ja nicht für dumm verkauft fühlen. Aber sicherlich werde ich auch nicht so gefordert wie bei einem anspruchsvolleren Roman. Man wird mit seinen Ansichten und seinem Stückwerk an Erkenntnissen nicht in Frage gestellt. Das zeigt, dass der Begriff Schmöker ein höchst subjektiver ist: Was für den einen ein Schmöker ist, ist für den anderen schon Trivial- oder einfach Unterhaltungsliteratur.

Die schönste Erklärung, der wirklich nichts mehr hinzugefügt werden muss, stammt von e. o. plauen (eigentlich Erich Ohser), der 1944 Suizid beging. Seine reizende Bildergeschichte trägt den Titel Der Schmöker (auch bekannt unter dem Titel Das interessante Weihnachtsbuch). Der Südverlag war sogar so nett und erteilte mir eine Abdruckerlaubnis, wenn ich mit vaterundsohn.de verlinke und die „Unterdrückung der Download-Möglichkeit über die rechte Maustaste“ sicherstelle. Falls jemand weiß, was damit gemeint ist, let me know.

Was aber ist für euch ein wunderbarer und empfehlenswerter Schmöker?

Immer weitere Kommentare von euch trudeln ein, deshalb hier eine gern zu ergänzende Liste der genannten Titel (in Klammern Mehrfachnennungen):

  • Graphic Novel “The Walking Dead Compendium Vol. 1&2″
  • Jane Austen: Pride and Prejudice (2)
  • Jean-Luc Bannalec
  • Emily Bronte: Wuthering Heights
  • Raymond Chandler
  • James Clavell: Shogun
  • Dostojewski: Die Brüder Karamasow
  • Alexandre Dumas: Der Graf von Monte Christo
  • Daphne du Maurier: Rebecca (2)
  • Umberto Eco: Der Name der Rose
  • Ildefonso Falcones: Die Kathedrale des Meeres
  • Ken Follett: Die Säulen der Erde/Die Tore der Welt (2)
  • Jonathan Franzen: Freiheit
  • Lee Harper: Wer die Nachtigall stört
  • Yu Hua: Brüder
  • James Jones: Verdammt in alle Ewigkeit
  • Stephen King: Es
  • Elisabeth Kostova: Der Historiker
  • John Ajvide Linqvist: So finster die Nacht
  • Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten
  • Margaret Mitchell: Vom Winde verweht (2)
  • James Albert Michener: Hawaii/Die Bucht
  • Paul Murray: Skippy stirbt
  • Gregory David Roberts: Shantaram
  • Willy Russell: Der Fliegenfänger
  • Dorothy Sayers
  • Lisa See: Der Seidenfächer
  • Diane Setterfield: Die dreizehnte Geschichte (2)
  • John Steinbeck: Jenseits von Eden (2)
  • Donna Tart: Die geheime Geschichte
  • Tiziano Terzani: Das Ende ist mein Anfang
  • J. R. R. Tolkien: Herr der Ringe
  • Leo Tolstoi: Anna Karenina (2)
  • Leon Uris: Exodus
  • Martin Walker
  • Edith Wharton: Ein altes Haus am Hudson River