Fundstück von Kurt Marti

Schon 1979  schrieb Kurt Marti in Zärtlichkeit und Schmerz:

Wo jeder seine Adresse hat: einer, der keine zu nennen weiß. Zufällig taucht er auf, beliebig verschwindet er wieder, erreichbar nirgends. Ein Luxus, den er sich nicht lange wird leisten können. Auf Dauer unerreichbar zu bleiben ist nicht erlaubt. Hauptgebot heutiger Ethik, so selbstverständlich, daß es weder reflektiert noch diskutiert zu werden braucht: du sollst immer erreichbar sein. (S. 41)

 

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Fundstück von Ken Bruen

Vor Jahren hatte ich gelesen, wie ein Mann fragt:

Wieso kann meine Familie – egal, wie lange ich sie nicht gesehen habe oder wie viel Abstand ich zwischen sie und mich gebracht habe – immer noch bei mir auf die Knöpfe drücken?

Die Antwort:

Weil sie sie angebracht hat.

aus: Ken Bruen: Jack Taylor fliegt raus, Atrium Verlag 2009, S. 199

Im Original klingt das so:

Years ago I’d read where a man asks,

How come, no matter how long since I’ve seen the family or how much distance I put between us, they can always push my buttons?

The answer:

Because they installed them.

Und eine begeisterte Besprechung zum Roman gibt es auf Textem.

Fundstück von Ken Bruen

Ich gehe nicht in die Sonne.

Ich bin entzückt, wenn es nicht regnet, und alles, was darüber geht, ist Verhätschelung. Ich traue dem nicht. Führt nur zu Sehnsucht. Nach Dingen, die keine Dauer haben können. (S. 271)

aus: Ken Bruen: Jack Taylor fliegt raus, Atrium Verlag 2009, übersetzt von Harry Rowohlt

Im Original klingt das so:

I don’t do sun.

I’m delighted with the lack of rain and anything over is over-indulgence. I don’t trust it. Makes you yearn. For things that cannot last. (S. 263)

aus: Ken Bruen: The Guards, 2001

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